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Meine Stadt Prozessbeginn: Mutter sperrt Tochter in Hundebox ein und quält sie mit Elektrohalsband
Hannover Meine Stadt Prozessbeginn: Mutter sperrt Tochter in Hundebox ein und quält sie mit Elektrohalsband
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10:28 23.09.2019
Im Landgericht in Hannover: Die Angeklagte aus Burgwedel muss sich wegen Kindesmisshandlung verantworten. Quelle: Sina Schuldt/dpa
Hannover

Weil sie ihre kleine Tochter in eine Hundebox gesperrt und mit einem Elektrohalsband gequält haben soll, muss sich eine 44-jährige Mutter aus Burgwedel vor dem Landgericht Hannover verantworten. Der Prozess hat am Montag begonnen. Die Frau soll zwischen August 2016 und September 2017 ihr ältestes Kind mehrmals körperlich misshandelt haben, um vermeintlich fehlerhaftes Verhalten der damals Sechs- beziehungsweise Siebenjährigen zu sanktionieren, wie das Gericht mitteilte.

Unter anderem wirft die Staatsanwaltschaft der Angeklagten vor, die Tochter in der gemeinsamen Wohnung über Nacht in die verschlossene Transportbox für Hunde eingesperrt zu haben. (Az.: 31 KLs 6/19) Nach Angaben von Sprecher Thomas Klinge soll die Tortur stundenlang gedauert haben, die Box sei mitunter auch verschlossen worden. „Diese drastischen Maßnahmen ergriff die Angeklagte immer dann, wenn die Tochter nach ihrer Auffassung nicht gut genug oder frech war“, sagt Klinge

Kindesmisshandlung mit Peitsche, Gürtel und Halsband

Darüber hinaus habe die Frau das Mädchen gezwungen, ein elektrisches Hundehalsband zu tragen. Diese sogenannten Erziehungshalsbänder haben die Funktion, Welpen mit leichten Stromstößen zu trainieren; sie sind nach deutschem Tierschutzrecht verboten.

Die Staatsanwaltschaft wirft der 44-Jährigen darüber hinaus vor, das Kind in einem Wald ausgesetzt sowie mit einer Peitsche, einem Ledergürtel und Holzstücken geschlagen zu haben. Die Anklage lautet auf schwere Misshandlung von Schutzbefohlenen.

Mutter erzählt vom Leben mit Tochter

Zum Auftakt schilderte die Mutter, die auch noch eine vierjährige Tochter hat, ausführlich ihren Lebensweg. Ihre große Tochter habe sich häufig Geschichten ausgedacht, die nicht stimmten, sagte die Angeklagte, die selbst bei Pflegeeltern aufgewachsen ist. Der Vater des Mädchens lebte nicht bei der Familie, soll aber in einem Fall das weinende, nur in Unterwäsche bekleidete Kind aus der verschlossenen Metallbox befreit haben. Gegen den Mann wird gesondert ermittelt. Beide Mädchen wurden nach Bekanntwerden der Vorwürfe vom Jugendamt in Obhut genommen.

Laut Anklage hat das heute neunjährige Opfer eine stark ausgeprägte Bindungsstörung infolge der seelischen Leiden.

Von RND/dpa

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