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Meine Stadt Mit Pflaster und Verband: Vorschulkinder lernen Erste Hilfe
Hannover Meine Stadt Mit Pflaster und Verband: Vorschulkinder lernen Erste Hilfe
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16:00 12.11.2019
Mit Spaß bei der Sache: Lea Kriese von den Johannitern wird von der „Bärengruppe“ versorgt. Die Kinder lernen spielerisch den Umgang mit Verbandsmaterial und verlieren so die Angst vor der Thematik. Quelle: Fotos: Behrens
Ronnenberg

Stolz hält die sechsjährige Amina ihren verpflasterten Finger hoch, auf den ein kleines Tiergesicht gemalt ist. „Das ist Kapitän Katze“, ruft sie strahlend. Gemeinsam mit sechs anderen Kindern aus der Bärengruppe lernt Amina in der Integrativen Kindertagesstätte Ronnenberg (InKitaRo) die Grundlagen der Ersten Hilfe.

Altersgerechte Hilfe im Notfall

Dafür bieten die Johanniter den durch Spenden finanzierten Kurs „Ersthelfer von morgen – Kita“ an, für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Kinder erfahren dort, wie sie in einem Notfall mit einfachen, altersgerechten Mitteln helfen können. „Es ist wichtig, die Kinder früh damit in Kontakt zu bringen“, sagt Marcel Schwarzenberger, Kommunikationsreferent der Johanniter. „Die meisten Unfälle passieren schließlich am Arbeitsplatz oder Zuhause“, so Schwarzenberger weiter.

Mit Verbandszeug und vielen Teddys rücken Schwarzenberger und seine Kollegin Lea Kriese (19) samt Krankenwagen an. Bevor dieser aber durch die Kindergartenkinder gestürmt wird, lernen sie zum Beispiel erst einmal, wie die stabile Seitenlage funktioniert und wie ein Verband angelegt wird.

Konzept als Leitfaden –Spontanität ist gefragt

In der Kita in Empelde ist Kriese die große Erklärerin für die neugierigen Knirpse. „Sie machen alle sehr gut mit und wollen auch“, so Kriese. Die 19-Jährige macht ihr Freiwilliges Soziales Jahr bei den Johannitern und hat als Teil dessen ein eigenes Konzept für die Kurse geschrieben. „Wir halten uns an das Konzept, aber es gibt auch immer Spontanes in den Gruppe“, erzählt sie. Manchmal seien Kinder zum Beispiel erstmal sehr ängstlich, die Situation mit Verbandsmaterial überfordert sie. „Da hilft es schon, sie an die Hand zu nehmen, dann trauen sie sich mehr“, sagt Kriese.

Erste-Hilfe-Kurs in der Kita Ronnenberg

Kinder werden aktiv eingebunden

Bei der „Bärengruppe“ ist von solchen Ängsten nichts zu spüren. Während Kriese erklärt, wie ein Dreieckstuch verwendet wird oder warum es wichtig ist, eine Wunde steril zu halten, wollen die Kinder direkt mitmachen. Sie wickeln sich gegenseitig Verbände und möchten lernen, wie ein Pflaster perfekt auf die Fingerkuppe passt. So entstand auch „Kapitän Katze“ oder verschiedene Prinzessinnen, die auf die Pflaster gezeichnet wurden. Hier gibt es keine Spur von Berührungsängsten, auch wenn die Erzieherin Nicole Bombowsky-Zolldann (31) als Modell für die stabile Seitenlage herhalten muss.

„Jedes Kind kann heute ja schon mit einem iPhone umgehen, dann kann auch jedes Kind helfen“, sagt Bombowsky-Zolldann, Sozialassistentin in der „InKitaRo“. Sie hatte die Idee, das Angebot der Johanniter nach Empelde zu holen. „Ich kenne es von meinem Sohn, er hat es in seinem Kindergarten auch mitgemacht“, erzählt sie, „danach war er total begeistert“. Bombowsky-Zolldann brachte die Idee zu ihrer Arbeit mit und stieß auch dort auf Zustimmung. „Wir fanden das sehr interessant“, sagt Manuela Altendorf, stellvertretende Leiterin der „InKitaRo“. „Das ist mal was ganz Neues und es kommt richtig gut an.“

„Krankenwagen-Besichtigung“ als Höhepunkt

Das bestätigen auch die Kinder. Zum Abschluss kriegen sie nicht nur eine Urkunde, ein Buch und ein kleines Erste Hilfe-Set, sondern dürfen auch den „echten“ Krankenwagen inspizieren. „Der Krankenwagen und das Verbinden war am besten“, sagt die fünfjährige Diana. Da stimmt auch die fünfjährige Nela zu. „Mit den Verbänden und dem Krankenwagen, das war toll“, sagt sie und lacht. „Kannst du denn dann zuhause alle in die stabile Seitenlage bringen?“, fragt Bombowsky-Zolldann direkt nach. „Ja!“, antwortet Nela sofort.

Von Stella-Sophie Wojtczak

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