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Meine Stadt Mithilfe des THW: Hier zieht in Hannover eine alte Kirchenglocke um
Hannover Meine Stadt Mithilfe des THW: Hier zieht in Hannover eine alte Kirchenglocke um
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16:53 02.11.2019
THW-Helfer bauen eine Stützkonstruktion um die Glocke in der früheren Notkirche an der Hildesheimer Straße. Quelle: Michael Wallmüller
Hannover

Als Pierre Graser vom Technischen Hilfswerk (THW) die Leiter zum Dachstuhl der einstigen Notkirche von Sankt Michael hinabsteigt, hat er den Mundschutz aufgezogen. „Das ist schon eine Herausforderung“, sagt er. Nicht der Taubenkot in dem hölzernen Gebälk macht die Probleme, sondern eine alte Glocke. Sie hängt hier bereits seit 80 Jahren und soll umziehen.

Viele Jahre hat die Glocke in dem Gebäude an der Hildesheimer Straße in Wülfel nicht mehr geläutet. Ein Elektrobetrieb lagert auf dem Boden sein Gerümpel, vom früheren Gotteshaus ist bis auf einige Malereien an den Wänden nicht mehr viel zu sehen. Die neue Kirche von Sankt Michael steht seit 1972 einige hundert Meter weiter. Nun soll auch die Glocke folgen – 50 Jahre nach der Grundsteinlegung.

Die Glocke in der einstigen Notkirche von Sankt Michael an der Hildesheimer Straße ist 1922 gegossen worden. Quelle: Michael Wallmüller

Doch für die Helfer des THW ist das keine einfache Aufgabe. Der Dachstuhl ist schmal, die Glocke mit ihrem 70 Zentimeter großen Durchmesser soll durch eine ebenso enge Lücke nach unten abgeseilt werden. „Da kann man mit keinem Hebelgerät was ausrichten“, sagt Graser.

Aus der Glocke sollte keine Kanone werden

Das Problem: keiner weiß, wie schwer die Glocke eigentlich ist. Bis zu 300 Kilogramm schätzen Mitglieder der Kirchengemeinde St. Bernward zunächst ihr Gewicht. Fest steht nur, dass das Eisenstück 1922 gefertigt worden ist, wie es in großen Lettern eingraviert ist.

Katholiken brachten die Glocke 1939 in die neu errichtete Notkirche. Damit sollte sie vor der Eisenschmelze durch die Nationalsozialisten geschützt werden. „Man hat sie mit offenen Augen versteckt. Die Gemeinde wollte nicht, dass aus der Glocke eine Kanone wird“, sagt Michael Gödeke, Mitglied in der Sankt-Bernward-Gemeinde.

14 Helfer des THW arbeiten im Dachstuhl der früheren Notkirche. Quelle: Michael Wallmüller

Drei Glocken besaß die Gemeinde damals – eine durfte sie nur. Die größere behielt sie selbst, die mittlere schenkte sie der neuen, damals noch eigenständigen Kirchengemeinde Sankt Michael. Die kleine ging in die Kriegsindustrie.

Glocke ist leichter als erwartet

Zwei Stunden brauchen die THW-Helfer, um alles vorzubereiten. Sie müssen ein Stützkonstruktion bauen und den Dachstuhl mit Holzbalken ausbessern, um überhaupt vernünftig arbeiten zu können. Doch als alles vorbereitet ist, geht es doch einfacher als erwartet. Die rund 80 Zentimeter große Eisenglocke wiegt nur 120 Kilo, schätzt Graser. „Die können wir mit drei Mann problemlos anheben.“

Nach guten drei Stunden ist die Glocke am Boden angekommen. Sie soll nun gereinigt werden. Am 1. Dezember kehrt sie nochmal in die Notkirche zurück. Bei einer Prozession wird sie dann zur neuen Kirche gebracht, wo für sie ein Platz auf dem Altar reserviert ist.

Die frühere Notkirche der Sankt-Michael-Gemeinde an der Hildesheimer Straße. Quelle: Michael Wallmüller

Von Sascha Priesemann

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