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Meine Stadt Mieten: Deutlicher Preisanstieg in Hannover
Hannover Meine Stadt Mieten: Deutlicher Preisanstieg in Hannover
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07:30 17.09.2019
Hannover: Zwischen 2012 und 2018 stieg die Kaltmiete im Schnitt von 6,22 Euro für den Quadratmeter auf 8,86 Euro. Quelle: Frankenberg
Hannover

Für viele Menschen mit mittlerem Einkommen ist es kaum noch möglich, ein bezahlbares Zuhause zu finde. Schuld daran sind die steigenden Mietpreise. Ein Problem, das längst nicht mehr nur Metropolen wie Berlin, Hamburg und München betrifft, sondern schon lange in Niedersachsen angekommen ist.

Auch in Göttingen stiegen die Mieten beträchtlich

„Es darf nicht sein, dass die Menschen im Land mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens für Miete ausgeben“, machte Heidi Reichinnek, Landesvorsitzende der Linken, am Montag in Hannover deutlich. Denn der Anstieg der Mietpreise ist signifikant: Laut einer Antwort des Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken zahlte man 2012 in Hannover im Schnitt noch 6,22 Euro kalt für den Quadratmeter, 2018 waren es dagegen schon 8,86 Euro. In Göttingen stieg der Quadratmeterpreis sogar von 6,84 Euro auf 9,06 Euro. Aber auch kleinere Städte im Speckmantel von Großstädten sind betroffen – in Garbsen betrug der Mietpreis 2018 immerhin 7,50 Euro.

Linke fordern einen Mietendeckel

Für Reichinnek sind die Zahlen Beleg dafür, dass man sich dem Problem in den vergangenen Jahren versperrt hat. Sie fordern deswegen einen Mietendeckel. Der soll die Lage entspannen und es möglich machen, eine Offensive im sozialen Wohnungsbau zu starten. Überdies brachte sie auch eine Enteignung „großer Immobilienhaie“ wie Vonovia ins Spiel. „Das sind Wohnungsbaukonzerne, die es nicht interessiert, ob sich die Menschen die Mieten leisten können.“

In Niedersachsen stieß diese Forderung auf Widerstand. Reinold Horst, vom Vermieterverbund Haus und Grund Niedersachsen, sagte im Gespräch mit der NP: „Das würde diejenigen fesseln und knebeln, die am Ende Wohnraum schaffen.“ Horst sieht den Handlungsbedarf deswegen vielmehr darin, Bauen zu erleichtern. Bauland müsse günstiger, die Bauordnung entschlackt und Genehmigungsverfahren beschleunigt werden.

Bauministerium: Neubauten sind der Weg

Eine Sprecherin des SPD-geführten Umwelt- und Bauministeriums machte deutlich, dass ein Mietendeckel Investorinnen und Investoren hemme. Auch eine Enteignung sei keine Strategie, die man verfolge. Das Geld, das als Entschädigungsleistung an die Gesellschaften gezahlt werden müsse, würde dann für die Förderung des sozialen Wohnungsbau fehlen. Sie verwies darauf, dass die einzige Lösung sei, neu zu bauen. Bis 2023 wolle man daher bis zu 1,7 Milliarden Euro in die soziale Wohnraumförderung fließen lassen. Überdies plane man, die Baugenehmigungsverfahren zu digitalisieren, um Abläuft zu beschleunigen.

Dem Koalitionspartner CDU geht das jedoch nicht schnell genug. Martin Bäumer übte weiter Druck auf Umweltminister Olaf Lies (SPD) aus. Er müsse dringend Maßnahmen vorlegen, um Baukosten zu reduzieren, sagte er.

Christian Meyer (Grüne) betonte: „Die Bundesmittel müssen besser eingesetzt werden.“ Seit Jahren würde die Milliardenförderung nicht richtig abfließen und der Wohnungsbau auf der Strecke bleiben.

Von Mandy Sarti

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