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Meine Stadt Tödlicher Messerangriff vor der Oper: Staatsanwaltschaft klagt Brüder-Paar an
Hannover Meine Stadt Tödlicher Messerangriff vor der Oper: Staatsanwaltschaft klagt Brüder-Paar an
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16:54 15.05.2019
Messerstecherei vor der Oper: Die beiden mutmaßlichen Täter wurden jetzt wegen Totschlags und versuchten Totschlags angeklagt. Quelle: Heidrich
Hannover

Der tödliche Messer-Streit vor der Oper kommt vor Gericht: Die Staatsanwaltschaft hat zwei Brüder (18, 20) wegen Totschlags und versuchten Totschlags in drei Fällen angeklagt. Die beiden jungen Männer, die behaupten, im Iran geboren zu sein und afghanische Pässe haben, sollen am Abend des 22. Februar ohne Vorwarnung auf der Treppe des Opernhauses auf einen 18-jährigen Afghanen losgegangen sein. Sie sollen auf ihn eingestochen und ihn so schwer verletzt haben, dass er später im Krankenhaus starb. Auch drei Freunde (18, 18, 23) des Opfers hatten zu Teil lebensgefährliche Stichverletzungen erlitten.

Motiv unklar

Laut Anklage hatte es zwischen den Brüdern und der Gruppe um den 18-Jährigen schon im Vorfeld Spannungen gegeben. Am 22. Februar soll der Streit dann eskaliert sein. Konkrete Hintergründe konnten laut Oberstaatsanwalt Thomas Klinge aber nicht ermittelt werden.

Opfer erlitt Lungendurchstich

Der 18-Jährige sei am Tatabend unvermittelt mit einem Messer auf die Opfer losgegangen, fügte ihnen Stiche in Rücken, Oberkörper und Hinterkopf zu. Auch der ältere Bruder soll zugestochen haben. Der 18-jährige Afghane überlebte die Attacke nicht: „Er ist laut Obduktion an einem Lungendurchstich verstorben“, sagt Klinge.

An der Börse: Hier brach das Opfer nach dem Messerangriff zusammen. Quelle: Mahrholz

Anschließend flüchteten die Brüder vom Tatort. Sie wurden erst mehrere Tage nach der Attacke festgenommen. Beide sitzen seither in U-Haft und warten auf ihren Prozess vor der 2. Jugendkammer des Landgerichts.

Strafvereitelung: Weiterer Angeklagter

Mit den Brüdern wird auch ein 18-Jähriger auf der Anklagebank sitzen. Dem Afghanen legt die Staatsanwaltschaft Strafvereitelung zur Last. Der junge Mann soll eine Tatwaffe, die einer der Angeklagten in einem Mülleimer in der Nähe der Oper entsorgt haben soll, an sich genommen haben. Angeblich habe er versucht, das Messer unweit des Bahnhofs verschwinden zu lassen.

Wann der Prozess beginnt, steht noch nicht fest.

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Von Britta Mahrholz