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Meine Stadt Mehr als 3000 demonstrieren in Hannover gegen Rechts
Hannover Meine Stadt Mehr als 3000 demonstrieren in Hannover gegen Rechts
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20:06 03.09.2018
Quelle: Stratenschulte
Hannover

Mit so vielen Leuten hatten nicht einmal die Veranstalter gerechnet. Mehr als 3000 Menschen sind vom Nordufer des Maschsees bis zum Mahnmal St Aegidien gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Demokratiefeindlichkeit gegangen. Ganz vorn dabei Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), Landesbischof Ralf Meister, OB Stefan Schostok (SPD), Marktkirchenpastorin Hanna Kreisel-Liebermann sowie Michael Fürst, Präsident des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen. Die Ausschreitungen in Chemnitz trieben tausende Bürger auch in Hannover auf die Straße - schweigend, gehend und klingelnd im Fahrradpulk, diskutierend.

Rund 3000 Menschen haben am Montagabend friedlich gegen Ausländerhass und Rassismus demonstriert. Unter den Teilnehmern waren unter anderem auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok.

Doris Schröder-Köpf (SPD), Integrationsbeauftragte des Landes, sagte der NP: "Wir erleben in Chemnitz Dinge, die wir so nicht erwartet haben. Ich bin froh, dass so viele Menschen in Hannover Haltung zeigen." Der hannoversche Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch (SPD) war am Wochenende in Chemnitz, "hier ist es schöner", sagte er lächelnd. Ralf Meister hatte alle Landessuperintendenten im Schlepptau - "ein klares Zeichen pro Demokratie. Wir zeigen, wie man friedlich über Grundwerte der gesellschaft nachdenkt".

Hannovers Urgestein Erwin Schütterle war mit einem Transparent unterwegs: "Ich habe mehr Angst vor einheimischen Rechten, als vor fremden Flüchtlingen". Der Filmemacher Alexander Schlichter (45) sagte: "Ich möchte meinen Kindern Werte wie Freiheit und Vielfalt vermitteln und dass man dafür auf die Straße gehen sollte." Brigitte Schilling (67), Rentnerin will "ein Zeichen setzen". Sie nehme seit den 1970er Jahren an Demos teil, und hat nun auch ihre Kinder und Enkel motiviert zu kommen. Rouven Rossol (29); Politikstudent, schafft es zeitlich nicht nach Chemnitz zu dem zeitgleich stattfindenden Großkonzert. "Aber man braucht keine Musik, um Solidarität zu zeigen."

von Morton Harmening und Petra Rückerl

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