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Meine Stadt Hannover: Mehr als 10.000 Internet-Kunden betrogen
Hannover Meine Stadt Hannover: Mehr als 10.000 Internet-Kunden betrogen
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18:17 22.10.2019
TATEN LIEGEN LANGE ZURÜCK: Sascha G. (rechts) und seine Ex-Frau Maria sollen mit Gutscheinen im Internet viel Geld ergaunert haben. (Bildmitte von rechts: die Anwälte Harald Schremmer und Florian Hans). Quelle: Nagel
HILDESHEIM

Die menschliche Tragödie, die sich hinter dem Verbrechen versteckt, offenbart sich erst auf den zweiten Blick. Sascha G. (45) soll mit seiner Ex-Frau Maria (34) mehr als 10.000 Internet-Kunden betrogen haben. Auf der Anklagebank sitzt auch Torsten J. (54), der Vater von Maria. Der Schaden beläuft sich auf rund 750.000 Euro.

Seit Dienstag müssen sich die Angeklagten wegen Betruges vor dem Landgericht Hildesheim verantworten. Die Taten liegen lange zurück. Es begann 2012. Da sollen Sascha G. und seine Frau im Internet so genannte „Erlebnisgutscheine“ angeboten haben. Laut Anklage lockten sie mit Ferrari- und Lamborghini-Fahrten. Doch sie seien gar nicht im Besitz der Edelkarossen gewesen.

Wertlose Gutscheine angeboten

Als das Geschäft platzte, ging es mit Internet-Gutscheinen weiter. Die Täter lockten die Kunden mit Rabatten von 50 Prozent für Aral-, Amazon- oder Zalando-Gutscheinen. Dabei seien die 10-Euro-Gutscheine echt gewesen, die 20- und 50-Gutscheine seien wertlos gewesen, verlas die Staatsanwältin.

Mit Mailing-Aktionen, Newslettern und Internet-Werbung haben die Angeklagten laut Anklage auf ihre „Aktionen“ aufmerksam gemacht. Die Rechnung für diese Dienstleistungen blieben offen, Schaden etwa 150.000 Euro.

Briefkastenfirmen gegründet

Die Tatorte waren Hannover und Wunstorf. Immer wenn sich die Proteste der Kunden im Internet häuften, eröffneten die Täter eine neue Briefkasten-Firma. Gerne auch mal mit Sitz am „Kurfürstendamm“ (Berlin). Dabei sollen Sascha und Maria G. unter Pseudonymen die Geschäfte geführt haben.

Da die beiden schon polizeibekannt waren, hätten sie im Juli 2013 Torsten J. ins Boot geholt. Der Vater von Maria G. habe als Geschäftsführer der „Beauty-And-Rich-GmbH“ firmiert. Und wieder wurde mit der Gier der Kunden Geschäfte gemacht. Der vierte Angeklagte, Andreas L. (58), soll auch als „Strohmann“ agiert haben.

Eine Firmengründung später flogen die Machenschaften im September 2014 auf, weil die Commerzbank eine Anzeige wegen Geldwäsche machte. Bis dahin hatten die Kunden rund 600.000 Euro für die „Erlebnis- und Geschenkgutscheine“ ausgegeben.

Anklage abgespeckt

Ursprünglich lautete die Anklage auf bandenmäßigen und Betrug und besonders schweren Bankrott. Doch dem Wirken der Anwälte haben die Angeklagten zu verdanken, dass die „Anklage abgespeckt“ worden sei, so Richter Jürgen Braumann. „Ansonsten hätte mein Mandant keine Aussicht mehr auf eine Bewährungsstrafe“, sagte Anwalt Manfred Koch, Verteidiger von Sascha G. Das geschiedene Paar ist einschlägig vorbestraft.

Matthias Steppuhn, Anwalt von Torsten J., hält seinen Mandanten für unschuldig. „Er ist manipuliert und in die Sache rein gezogen worden.“ Es gebe viele ähnliche Angebote im Internet. Torsten J.: „Es hätte doch klappen können.“

Von Thomas Nagel

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