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Meine Stadt Matinée im Ballhof erinnert an Ausnahmemediziner Pichlmayr
Hannover Meine Stadt Matinée im Ballhof erinnert an Ausnahmemediziner Pichlmayr
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16:29 12.11.2017
BEGEISTERTEN: Der Mädchen-Nachwuchschor Hannover unter Georg Schönwälder sorgte gekonnt für Unterhaltung.
BEGEISTERTEN: Der Mädchen-Nachwuchschor Hannover unter Georg Schönwälder sorgte gekonnt für Unterhaltung. Quelle: Foto: Kutter
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HANNOVER

Moses nennt seine Nieren Müller und Robben – nach seinen Lieblingskickern. Der Siebenjährige hat sie erst seit zwei Jahren. Die Transplantation hat er gut überstanden und gemeinsam mit seiner Familie die schwierigste Zeit hinter sich gelassen. Geholfen haben dabei die Aufenthalte im Ederhof. Das Reha-Zentrum für Kinder und Jugendliche in Osttirol wurde vor 25 Jahren von dem hannoverschen Ausnahmemediziner Prof. Rudolf Pichlmayr und seine Frau Ina gegründet.

An das Wirken des Transplantationspioniers erinnerte am Sonntag eine Benefizmatinée im Ballhof. Doppeltes Jubiläum und Gedenktag: 25 Jahre Ederhof und 30 Jahre Rudolf-Pichlmayr-Stiftung, die den Ederhof unterhält. Aber es jährte sich auch zum 20. Mal der Todestag Pichlmayrs, der am 29. August 1997 in Acapulco starb.

Unter den Gästen im Ballhof waren viele ehemalige Schüler, von denen einige am Podium an ihren „Chef“ erinnerten: an seinen Fleiß, seine Strenge aber auch daran, dass für ihn der Patient im Zentrum stand. Und zwar ganzheitlich. Das habe nicht mit der Operation aufgehört sondern auch die gesamte Fürsorge danach einbezogen, sagte etwa Elke Büdenbender, Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, in ihrer Laudatio.

Im Bereich der Fürsorge nimmt der Ederhof eine ganz besondere Rolle ein. „Ein Sehnsuchtsort, ein kleines Paradies, wo man den Alltag und die Sorgen mal beiseite schieben kann“, so Büdenbender. Ein einmaliger Ort, an dem Kinder und Jugendliche aber auch deren Eltern vor oder nach einer Transplantation Kraft tanken und Mut finden können.

Jan Kurtenbach war fünf Mal dort. Vor 16 Jahren, mit Neun, erhielt er ein neues Herz und neue Lungen. „Vorher kam ich schon bei kleinsten Anstrengungen außer Atem“, erzählt er, „danach konnte ich sogar wieder Fußball spielen.“ Der Ederhof hilft auch durch sportliche Aktivitäten wie Klettern oder Fußball spielen dabei, die neuen Grenzen auszukundschaften. Und mehr: „Wenn man älter wird, ist es ganz wichtig, auf eigenen Beinen zu stehen“, betont der 24-Jährige, der noch immer täglich bis zu 30 Tabletten einnehmen muss. Auch auf dem Weg in diese Selbstständigkeit ist das Reha-Zentrum eine wichtige Unterstützung.

Ein Drittel der Kosten wird durch Spenden abgedeckt. Auch am Sonntag gab es zwei Schecks: 450 Euro überreichte Egbert Trowe vom Verein Lebertransplantierte Deutschland. 3000 Euro kamen von dem Versandhandel Jungborn, die Geschäftsführer Jürgen Knecht noch einmal um 2000 Euro aus der Privatkasse aufstockte.

Von Andreas Krasselt