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Meine Stadt Maschsee: Schiffe bleiben weiter liegen
Hannover Meine Stadt Maschsee: Schiffe bleiben weiter liegen
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00:17 26.09.2018
ANGELEGT: Auch der Solar-Katamaran muss auf dem Maschsee eine lange Pause einlegen. Quelle: Foto: Wilde
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HANNOVER

Die Maschseeflotte der Üstra hat weiter Zwangspause: Weil immer noch zu wenig Wasser im See ist, ruhen die vier Schiffe auf jeden Fall bis 7. Oktober. Damit sind seit Beginn der Pause schon 35 gebuchte Touren abgesagt worden.

Zuerst wurde am 28 August die Linienschifffahrt eingestellt, weil der Tiefgang der Schiffe für den niedrigen Wasserstand zu groß war und die Anlegestellen zu hoch gelegen waren. Auch konnten die Schiffe irgendwann nicht mehr ins Bootshaus fahren, wo sie sonst nachts liegen. Einzig der Solar-Katamaran mit dem flachsten Tiefgang sollte weiter fahren, um gebuchte Hochzeits- und Kaffeefahrten stattfinden zulassen.

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Für die Üstra bedeutet die Zwangspause laut Sprecherin Katja Raddatz bislang einen Einnahmeverlust „im mittleren fünfstelligen Bereich“. Also wohl so um 50 000 Euro.

Ende dieser Woche soll entschieden werden, wie es für die zwei Wochen ab dem 8. Oktober weiter gehen soll, Mitte Oktober dann für den Rest der Saison bis etwa Anfang November. Derzeit seien bis Ende Oktober sechs Touren gebucht – die Kunden dürfen also noch hoffen und bangen.

Wann der Maschsee wieder mit Wasser aus den Ricklinger Teichen versorgt wird, hängt davon ab, bis wann die dort im Sommer stark aufgetretene Blaualgen-Blüte (verursacht durch Cyano-Bakterien) überwunden ist und die Stadt entscheidet, die Pumpen wieder einzusetzen.

Keine Probleme auf der Ihme

GUTE LAUNE AN BORD: Schiffskapitän Heiko Ebkes. Quelle: Foto: Wallmüller

Ob Ihme- oder Hafenrundfahrt – dort läuft auch in diesen trockenen Monaten anscheinend alles wie gehabt: „Kein Problem für uns“ sagt Heiko Ebkes, Betreiber der Ihmeschifffahrt und der Yachtfahrschule. Auch er bietet Hochzeiten und Kaffeefahrten an. Die Wasserhöhe auf dem Fluss werde durch das Schifffahrtsamt geregelt, „die kümmern sich darum, so wie am Mittellandkanal auch – hier dient das Leinewehr dazu“, erklärt der Kapitän. „Da verdunsten im Sommer mal ein paar Zentimeter, höchstens 15. Wir fahren daher weiter – vermutlich noch bis etwa 18. Dezember“. Ebkes erinnert sich nicht an eine Zeit, wo es mal zu wenig Wasser gegeben haben könnte – eher andersrum: „Wenn, dann hatten wir mal zu viel Hochwasser – aber das ist ein anderes Problem.“

Die Geschichte der Flotte

Die Maschseeflotte gibt es seit 1936, als der See eröffnet wurde. Während des Krieges war der Verkehr eingestellt. 1949 hat es laut Üstra den Neustart gegeben – doch wegen eines Brandes durch einen Luftangriff waren die Schiffe stark beschädigt worden. Sie wurden repariert und hielten noch ein paar Jahre. Die in den 1950-er und 1960-er Jahren neu angeschafften drei Schiffe fahren heute noch, im Jahr 2000 ist dann zur Weltausstellung Expo der mit Sonnenkraft betriebene Solar-Katamaran hinzugekommen – er hat mit 75 Zentimetern den geringsten Tiefgang, die anderen liegen zwischen 91 und 11 Zentimetern, jeweils ohne Passagiere. Ein volles Schiff kann noch mal 20 Zentimeter tiefer liegen.

ZU FLACH: Die Maschseeflotte kann nicht mehr in ihre Nachtliegepülätze einfahren, weil der Wasserstand zu niedrig ist. Quelle: Foto: Wilde

Von Ralph Hübner

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