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Meine Stadt Maschseefest: Die Lärmdebatte nimmt wieder Fahrt auf
Hannover Meine Stadt Maschseefest: Die Lärmdebatte nimmt wieder Fahrt auf
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20:10 12.09.2019
IDYLLISCH: Gut zwei Millionen Besucher kamen zum Maschseefest in diesem Jahr. Probleme machte aber wieder mal der Lärm. Stadt und Veranstalter suchen nach Lösungen. Quelle: Franson
HANNOVER

Das Maschseefest 2020 und der Folgejahre steht in Sachen Lärmbewältigung vor einer großen Herausforderung. Zwar sei das Fest durch die Sperrstunde sowie in Sachen Musik durch das Einpegeln und die Kontrolle der Anlagen insgesamt leiser geworden, doch dafür hat sich generell ein höherer Geräuschpegel am See durch ein verändertes Feierverhalten der Besucher entwickelt, berichtete Maschseefest-Organisator Hans Nolte von der Hannover Veranstaltungs GmbH (HVG) am Donnerstag im OB-Ausschuss der Politik.

Allgemeine Geräuschkulisse muss berücksichtigt werden

Darauf habe das Lärmschutzforum aus der Südstadt die HVG hingewiesen und auf Lärmbestimmungen des Landes verwiesen. Demnach müsse man bei der Bemessung von Lärm bei der Größe einer Veranstaltung wie dem Maschseefest auch den Publikumslärm mit heranziehen, etwas lautes Grölen nachts beim Nachhausegehen oder andere Geräuschkulissen. „Beim Maschseefest wird mehr gesungen“, sagte Ralf Sonnenberg, der städtische Eventmanager. Speziell im Bereich des Ostufers entlang des Rudolf-von-Bennigsen-Ufers trete dieses Phänomen auf. „Den Publikumslärm künftig mit zu bewerten und bei der allgemeinen Lärmbemessung mit einzurechnen, macht mir ein bisschen Sorgen“, so Hans Nolte. Heißt: Möglicherweise müsse man Live-Musik stark einschränken, speziell am Ostufer.

HVG: Verkehrslenkung kommt an die Grenzen

Ferner wies der HVG-Chef darauf hin, dass man bei der Verkehrslenkung speziell in der Südstadt an die Grenzen komme. Der Stadtbezirksrat Südstadt hat die Stadt per Beschluss inzwischen aufgefordert, den Parkverkehr und den Parksuchverkehr während des Maschseefestes zu verbieten, berichtete die Erste Stadträtin Sabine Tegtmeyer-Dette. „Wir müssen schauen, wie wir dieser Aufforderung gerecht werden.“

Verkehrsdienst kann personell keine Hilfe leisten

CDU-Fraktionschef Jens Seidel schlug vor, den Verkehrsaußendienst während des Maschseefestes verstärkt durch die Südstadt gehen zu lassen und Falschparker konsequent zu notieren und mit einer Ordnungswidrigkeit zu belegen. „Der Verkehrsaußendienst war unterwegs, ist personell aber nicht so ausgestattet, wie es sich Anwohner sicher wünschen“, entgegnete Ralf Sonnenberg.

Stadt und HVG: Maschseefest steht nicht auf der Kippe

Sowohl Stadt als auch HVG betonten, dass das Maschseefest nicht auf der Kippe stehe, man sich aber Gedanken um die Rechtssicherheit bei Lärm und Parken machen müsse – Lösungen haben beide aktuell aber nicht. Viel Zeit zum Überlegen bleibt nicht: Die HVG muss für die nächsten drei Jahre ab 2020 die großen Betreiberstände europaweit neu ausschreiben – und dabei bereits Lärmvorschriften klar vorgeben. „Das wird eine große Herausforderung für uns alle“, so Hans Nolte. Mit knapp über zwei Millionen Besuchern an 19 Tagen war das Maschseefest 2019 wieder die größte Freiluft-Veranstaltung Niedersachsens.

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