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Meine Stadt Markthalle: Stadt will Silvester nur 900 reinlassen – Verwalter wehrt sich
Hannover Meine Stadt Markthalle: Stadt will Silvester nur 900 reinlassen – Verwalter wehrt sich
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15:29 29.12.2018
Sicherheit in der Markthalle: Damit Fluchtwege frei bleiben können, will die Stadt an Silvester nur 900 Besucher reinlassen. Der Verwalter geht mit Anwälten gegen die Auflagen vor. Quelle: Heusel
Hannover

Silvester in der Markthalle – für viele Hannoveraner ist das so etwas wie eine Tradition zum Jahreswechsel. Diesmal allerdings könnten sich viele Besucher vor verschlossenen Türen wiederfinden. Die Stadt hat strenge Auflagen gemacht. Unter anderem sollen sich nur noch 900 Personen gleichzeitig in dem Gebäude aufhalten. Dagegen hat Verwalter Gerhard Schacht Widerspruch eingelegt.

„Uns ist sehr bewusst, wie beliebt das jährliche Zusammenkommen in der Markthalle an Silvester ist. Allerdings müssen die Sicherheit und der reibungslose Verlauf der Veranstaltung gewährleistet sein“, erklärt Stadtsprecherin Konstanze Kalmus. Neben der Obergrenze für Besucher habe man einen Sicherheitsdienst, einen Veranstaltungsleiter, Einsatzmöglichkeiten von Rettungskräften sowie Vorschriften zum Brandschutz zur Auflage gemacht.

Stadt: Hinweise auf Überfüllung und überlastete Toiletten

Grund dafür seien „Erfahrungen in den vergangenen Jahren“. Immer wieder habe es Hinweise auf Überfüllung, zu volle Gänge und überlastete Toilettenanlagen gegeben, so Stadtsprecherin Kalmus. Während der Feierlichkeiten an Silvester habe die Halle „den Charakter einer Versammlungsstätte, nicht den einer Verkaufsstätte“. Deshalb gebe es auch andere Anforderungen an Sicherheit und Ablauf der Veranstaltung.

Markthallen-Verwalter Gerhard Schacht hat kein Verständnis für das Vorgehen der Stadt. Er hat Anwälte eingeschaltet, um gegen die Anordnung der Stadt vorzugehen. Eine Entscheidung wird erst am Montag erwartet. Öffnen wird die Markthalle an Silvester in jedem Fall wie geplant bis 16 Uhr. „Es geht um die Frage, wie viele rein dürfen“, sagt Schacht. Die Anordnung der Verwaltung hält er für „sinnlos“, weil die anderen Auflagen ohnehin schon in den Vorjahren erfüllt worden seien.

Sicherheit geht vor: Das finden Heike Bollmann (links) und ihre Freundin Alexandra Scharbatke. Quelle: Heusel

Bei den Besuchern der Markthalle gehen die Meinungen am Samstag auseinander. „Es war immer viel zu voll, schrecklich, zum Rauslaufen“, berichtet Heike Bollmann, die dort mehrfach an Silvester feierte. Sie hält die Auflagen der Stadt für richtig. „Die Situation war zu gefährlich geworden“, sagt sie. Auch ihre Freundin Alexandra Scharbatke sieht das so. Für sie steht fest: „Sicherheit geht vor“.

Der frühere Casa-Wirt Bodo Linnemann ist auch regelmäßig in der Markthalle zu Besuch, auch an diesem Samstag. An Silvester kamen bei ihm im Casa regelmäßig Gäste vorbei, nachdem sie in der Halle waren. „Ich habe von vielen gehört, dass das dort echt ein Unding war und die Stimmung auch teilweise aggressiv wurde“, berichtet er. Es sei deshalb „richtig, das zu begrenzen“.

Anders hat zuletzt Karsten Jäntsch Silvester in der Markthalle erlebt. „Bevor es den Sicherheitsdienst gab, war es die Hölle. Aber seitdem ist das absolut in Ordnung. So eine Beschränkung brauchen wir nicht“, findet er. Die erlaubten 900 Gäste seien „wirklich nicht viel. Die passen ja schon alleine an die Fensterfront zur Straße“, glaubt Jäntsch.

Regelmäßig Silvester in der Markthalle: Andreas Schwanke. Er findet die Auflagen der Stadt „etwas übertrieben“. Quelle: Heusel

Auch Andreas Schwanke findet die Auflagen der Stadt „etwas übertrieben“. Es sei zwar „voll aber völlig in Ordnung“ gewesen. Er erinnert auch daran, dass Silvester ein wichtiger und umsatzstarker Tag für die Standbetreiber in der Markthalle sei.

Die NP traf am Sonnabend auch den FDP-Ratsherrn Patrick Döring, der letzte Besorgungen für Silvester machte. Auch er hat zum Jahresende schon in der Markthalle gefeiert. „Ich habe es nie so voll erlebt, dass man Angst bekommen musste“, erzählt er. Allerdings sei auch „die Sicherheit zu gewährleisten. Ich hätte mir gewünscht, dass Stadt und Verwalter eine pragmatische Lösung gefunden hätten“.

Hatte nie Angst in der Markthalle: FDP-Ratsherr Patrick Döring. Er hätte sich anstelle des Streites lieber eine „pragmatische Lösung“ gewünscht. Quelle: Heusel

Ein Standbetreiber, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, beklagt gegenüber der NP, dass die Markthalle ein grundlegendes Sicherheitsproblem habe – nicht nur an Silvester. Unter anderem seien nachträglich Stände gebaut worden, wo früher Fluchtwege vorgesehen waren. Auch sei die Technik veraltet. Es fehle an Abzugshauben, Kabel lägen frei. „Ich verstehe nicht, dass die Stadt an Silvester auf einmal Auflagen macht, während sie den Rest des Jahres die Probleme ignoriert“, sagt er.

Laut Stadtsprecherin Konstanze Kalmus hat es vor Weihnachten eine „vorbeugende Brandschau“ durch die Feuerwehr gegeben. Dabei seien in Anwesenheit des Betreibers und der Feuerwehr „festgestellte betriebliche Mängel abgestellt“ worden.

Von Christian Bohnenkamp

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