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Meine Stadt Hannover: Mann nimmt Messer mit in Flieger
Hannover Meine Stadt Hannover: Mann nimmt Messer mit in Flieger
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09:18 17.09.2018
ALLES im BLICK: Ein Beamter der Bundespolizei am Flughafen Hannover. NP-Leser Gerd P. ist verwundert, dass sein Multi-Tool hier durch die Kontrollen kam. Quelle: Foto: Treblin
Langenhagen

Der Schreck war groß, als NP-Leser Gerd P. (62) in seiner Laptoptasche ein stählernes Multi-Tool mit scharfem Messer entdeckte. Abends. In der schwedischen Hauptstadt Stockholm. Denn mit dem Leatherman-Modell „Sidekick“ im Handgepäck hatte der Mardorfer frühmorgens am Airport Hannover für einen SAS-Flug eingecheckt. Aus Versehen. P. sagt besorgt: „Wieso wurde ich überhaupt mit einem Messer an Bord gelassen?“ Die NP fragte am Flughafen nach.

Messer, Säge, Spitzzange, Feile, Dosenöffner – das Multifunktionswerkzeug besteht aus 198,4 Gramm blitzendem Edelstahl. P. versteht nicht, dass der aus seiner Sicht gefährliche, 9,7 Zentimeter lange Gegenstand, den er nur versehentlich im Handgepäck mitführte, bei der Luftsicherheitskontrolle am Airport Hannover nicht entdeckt wurde. Immerhin ist die aus speziellem Stahl gefertigte scharfe Klinge laut US-Hersteller immerhin 6,6 Zentimeter lang.

„Das kann ich nicht entschuldigen“, sagt der Vielflieger an die Adresse der Bundespolizei. Die ist für die Überprüfung der Passagiere verantwortlich. „Ich gehe davon aus, dass ich sicher bin, wenn ich die Kontrolle passiert habe“, betont der Mardorfer Familienvater. Stets habe er volles Verständnis für die scharfen Fluggastkontrollen: „Es geht doch auch um meine Sicherheit“, unterstreicht P.

BOARDING-PASS, TOOL MIT MESSER: Dieses Multifunktionswerkzeug nahm ein Mardorfer am Airport Hannover versehentlich mit an Bord eines Flugzeugs. Quelle: Frank Wilde

„Ich schließe aus, dass der Gegenstand übersehen wurde“, betont Frank Steigerwald, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Flughafen. Stahl würde auf den Monitoren der Röntgengeräte, mit denen sämtliches Handgepäck durchleuchtet würde, in einer auffällig grellen Farbe dargestellt. „So ein Teil darf nicht unentdeckt bleiben“, sagt der Beamte.

Steigerwald erklärt, ein Leatherman falle nicht unter das Waffengesetz – wenn die Messerklinge nicht feststehend, nicht beidseitig ge­schliffen und nicht länger als sechs Zentimeter sei. Auch gelte der Gegenstand des NP-Lesers nach dem Luftsicherheitsgesetz nicht als Werkzeug.

Grundsätzlich, betont der Bundespolizei-Sprecher, sei es immer eine Einzelfallentscheidung des kontrollierenden Luftsicherheitsassistenten, ob ein Gegenstand von Passagieren mit an Bord genommen werden dürfe oder nicht.

Folgende Gegenstände dürfen nicht mit an Bord von Flugzeugen genommen werden (Auswahl aus einer EU-Liste):

Benzinfeuerzeuge (gelten wegen der entzündlichen Gase als Gefahrgut – es sei denn, sie sind noch nie mit Benzin befüllt gewesen)

Pyrotechnik

Schusswaffen

Spielzeugwaffen

Rasierklingen

Skalpelle

Teppichmesser

Schwerter, Messer und Scheren mit einer Klingenlänge von mehr als sechs Zentimetern

Werkzeuge

Schlagstöcke

Reizgas

Achtung, Raucher: Erlaubt ist ein Gasfeuerzeug, das am Körper getragen werden muss. Gasfeuerzeuge im Gepäck sind nicht er­laubt.

Steigerwald zum möglichen Grund dafür, dass der NP-Leser das Leatherman mit an Bord nehmen durfte: „Ich vermute, dass es sich um eine Entscheidung handelt, die der Luftsicherheitsassistent unter Berücksichtigung des unverdächtigen Aussehens des Reisenden getroffen hat.“

Der Sprecher sagte weite, die nach dem Anschlag vom 11. September 2001 zu­nächst drastisch verschärften Bestimmungen, welche Gegenstände von Passagieren mit an Bord von Flugzeugen genommen werden dürfen, seien bereits vor Jahren deutlich „entschärft“ worden. Seitdem sei beispielsweise auch die Mitnahme von Nagelfeilen und -scheren wieder erlaubt.

Zurück nach Hannover flog das Multifunktionswerkzeug des Mardorfer NP-Lesers übrigens im Frachtraum einer SAS-Maschine. P. hatte es diesmal im Koffer de­poniert. Gerd P. fand, dass es so für alle am sichersten wäre.

Von Andreas Körlin

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