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Meine Stadt Maikäfer schaden jungen Weihnachtsbäumen
Hannover Meine Stadt Maikäfer schaden jungen Weihnachtsbäumen
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12:59 18.05.2014

Es gebe in diesem Jahr einen relativ starken Maikäferflug, sagte der Experte der Landwirtschaftskammer, Thomas Brand. Die erwachsenen Maikäfer verursachten allerdings kaum Probleme. Die Fraßschäden an öffentlichem Grün wie Straßenbäumen seien nicht von Bedeutung.

Schwierigkeiten bereiteten allerdings die Larven, sagte Brand. "Die Engerlinge, die sich über vier Jahre im Boden entwickeln, fressen unter anderem an Gehölzwurzeln." Betroffen seien vor allem Baumschulen und Weihnachtsbaumplantagen. "Dort gibt es zum Teil massive Schäden", sagte Brand. Der Wurzelfraß mache sich vereinzelt auch auf Sport- oder Golfplätzen bemerkbar.

Das Lied von Reinhard Mey, wonach es keine Maikäfer mehr gibt, stimme jedenfalls längst nicht mehr, sagte Brand. "Viele Anbauer oder Greenkeeper wären allerdings froh, wenn es noch so wäre." "Im Vergleich zu den Kalamitäten etwa in den 1950-er Jahren stellt der Maikäfer im Großen und Ganzen in Niedersachsen aber heute kein Problem dar", sagte der LWK-Fachmann.

In Deutschland sind zwei Maikäfer-Arten verbreitet: der Waldmaikäfer (Melolontha hippocastani) und der seltenere Feldmaikäfer (Melolontha melolontha). Von Laien sind beide kaum zu unterscheiden. Bis in die 70er Jahre galten die Käfer als fast ausgestorben, nachdem sie jahrelang mit Insektengiften bekämpft worden waren. Das hat sich inzwischen geändert. Drei bis vier Jahre dauert es, bis nach der Eiablage ein Maikäfer aus der Erde krabbelt und umherfliegt. Das tut er dann im Schnitt nur noch sechs Wochen, bevor er stirbt. Früher wurden Maikäfer zu Millionen in Deutschland gesammelt und vernichtet oder als Hühnerfutter genutzt. Zum Teil wurden die Käfer aber auch gegessen - etwa geröstet oder als Suppe.

Anders als in Süddeutschland, wo der Wald-Maikäfer zum Teil große Schäden anrichtet, ist in Niedersachsen nur der Feld-Maikäfer anzutreffen, sagte Rainer Hurling von der nordwestdeutschen forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen. Der Waldmaikäfer lege seine Eier in den Waldboden, der Feldmaikäfer in offene Landschaften, auch in Gärten.