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Meine Stadt Mahlers Tod bleibt unbestraft
Hannover Meine Stadt Mahlers Tod bleibt unbestraft
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00:25 10.05.2018
ARCHIV - ILLUSTRATION - Die Statue Justizia ist am 25.01.2011 im Amtsgericht in Hannover (Niedersachsen) zu sehen. Foto: Peter Steffen/dpa (zu dpa "Geplante Strafrechtsreform: Mord muss nicht lebenslang bedeuten" vom 29.06.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa
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HILDESHEIM

Der tragische Tod des Künstlers Hannes Malte Mahler († 48) hat sein juristisches Ende gefunden. Das Verfahren gegen einen Pensionär (69) wurde vom Landgericht Hildesheim eingestellt. Der Angeklagte zahlt 3000 Euro an gemeinnützige Einrichtungen. „Wegen der grundsätzlichen Bedeutung hätte mich die Berufung gereizt. Aber mein Mandant wollte eine weiteren Prozess vermeiden“, sagte Anwalt Matthias Waldraff.

Mahler war am 18. Juli 2016 auf einem Feldweg zwischen Koldingen (Pattensen) und Ruthe (Kreis Hildesheim) tödlich verunglückt.

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Er fuhr mit seinem Rennrad auf dem Weg, als ihm der Pensionär auf seinem Trecker samt Anhänger mit Heuballenpresse entgegenkam. Der Künstler wich auf den unebenen Grünstreifen aus. Allerdings muss er die Fahrt wieder aufgenommen haben, als der Trecker noch vorbeifuhr. Er wurde vom Hinterrad des Anhängers überfahren. Auf dem Feldweg hatte der landwirtschaftliche Verkehr Vorrang.

Im Juni 2017 wurde der Postbeamte a.D. wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht Hildesheim zu 4000 Euro Geldstrafe verurteilt. Der Richter sprach von einem „leichten Fall der Fahrlässigkeit“.

Im Prozess vor dem Amtsgericht hatte sich ein Sohn des Unfallopfers unversöhnlich gezeigt. Nach NP-Informationen hat die Familie des Künstlers die alleinige Schuld bei dem Ruheständler gesehen. Auch das soll ein Grund dafür gewesen sein, warum der Angeklagte eine Berufungsverhandlung um jeden Preis vermeiden wollte.

Von thomas nagel