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Meine Stadt Mädchen via Knuddels für Sex vermittelt: Mann erhält Geldstrafe
Hannover Meine Stadt Mädchen via Knuddels für Sex vermittelt: Mann erhält Geldstrafe
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16:31 11.03.2018
VOR DEM GANG ZUM RICHTER: Blick in den Bereich mit den Haftzellen im Amtsgericht Hannover.
VOR DEM GANG ZUM RICHTER: Blick in den Bereich mit den Haftzellen im Amtsgericht Hannover. Quelle: Heidrich
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HANNOVER

Ist die junge Frau (18) ein Opfer oder hat sie - zumindest teils -auch aus freien Stücken getan, weswegen Stefan S. (41) vor dem Amtsgericht Hannover angeklagt war? Er soll die damals Minderjährige im Frühjahr 2016 über die Chat- und Flirtplattform Knuddels im Internet „an andere Männer zur Ausübung des Geschlechtsverkehrs gegen Entgelt vermittelt haben“. Und den „Dirnenlohn von je 50 Euro“ dann „im Einverständnis mit dem Mädchen vollständig erhalten haben“. In einem Fall habe die damals 16-Jährige jedoch „die Ausübung des Geschlechtsverkehrs in der elterlichen Wohnung“ abgelehnt.

Die ganze Wahrheit zu dieser Sache könnte letztlich im Ungewissen bleiben, sollte der Angeklagte den gegen ihn am Donnerstag verhängten Strafbefehl akzeptieren – das weiß man nicht, denn er war laut Gerichtssprecher Jens Buck nicht zur Verhandlung erschienen, sein Rechtsanwalt habe sich zur Sache nicht eingelassen. Und so war der Prozess nach gut einer halben Stunde erst einmal beendet.

Die Strafe lautet: 90 Tagessätze á 30 Euro, also 2700 Euro. Damit, erklärt Buck, will das Gericht „der Frau die Aussage ersparen“, sie habe auch „etwas angefasst und durch den Wind gewirkt“. So könnte ungeklärt bleiben, ob sie als 16-jähriges Mädchen nur auf Druck und Geheiß bezahlten Sex angeboten hat oder nicht: „Es liegen durchaus Umstände vor, die dafür sprechen, dass sie das auch schon vorher selbst gemacht hat“. Auch hätte S. vor dem Landgericht erscheinen müssen, wenn man ihn der Zuhälterei hätte anklagen wollen. So lautete der Vorwurf: „Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger“ – dafür kann gemäß Paragraf 180 Strafgesetzbuch auch eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren verhängt werden.

Von Ralph Hübner