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Meine Stadt Hannover: Ausverkauf bei der M3-Modeschule
Hannover Meine Stadt Hannover: Ausverkauf bei der M3-Modeschule
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17:04 07.07.2019
DAS FÄLLT SCHWER: Ausverkauf der Modeschule M3 – mit Marina Zurek, zuständig für Fachpraxis an der Modeschule. Quelle: Foto: Franson
HANNOVER

Wehmütig will Marina Zurek jetzt nicht werden. „Wir sind total begeistert von der Resonanz, das hilft uns sehr weiter“, sagt die 43-Jährige und guckt sich kurz in dem kleinen Raum um, in dem dutzende Frauen und einige Männer sich über Kartons, Schachteln und Nähmaschinen beugen. Zurek ist Mitgründerin der M3-Modeschule, die schließen muss. An diesem Sonntag findet der Ausverkauf der Reste des Projektes statt. Alles muss weg – Stoffe, Näh- und Bügelmaschinen, Nadeln, Zugbänder, Reißverschlüsse, Schneiderpuppen, Stühle, Tische. Sogar das alte Billy-Regal steht für zehn Euro zum Verkauf.

„Alles, was wir nicht verkaufen, müssen wir wegschmeißen“, sagt Zurek. „Ich hoffe, dass wir so viel wie möglich loswerden.“ Der Räumungsverkauf jedenfalls lief schon recht gut. „Wir sind überrannt worden“, sagt sie. Eine Kundin kommt vorbei, sie hat eine Frage zu einem Nahtband, zehn Euro der Meter. Eigentlich, so erläutert Zurek, sei das für Männerhosen. Ob man das auch für Damenröcke verwenden könne, will die Frau wissen. Ja, das sei aber nicht ganz einfach, weiß die gelernte Maßschneiderin und erklärt genau, wie das Nahtband für den Damenrock umfunktioniert werden kann.

13 Jahre lang gab es die M3-Modeschule an der Marienstraße, rund 1200 junge Menschen wurden hier zum Maßschneider oder Modedesigner ausgebildet, jetzt ist es vorbei damit. Es gab immer weniger Anmeldungen, die Schule trug sich nicht mehr. „Ich bin aber sehr stolz, dass unser letzter Jahrgang mit sehr guten Noten den Abschluss gemacht hat, das war ein gutes Gefühl für uns“, sagt Zurek. Jetzt muss sie doch ein wenig mit den Tränen kämpfen.

Besonders gut verkaufen sich an diesem Tag die „kleinen“ Dinge, die man mit nach Hause nehmen kann. Ein junger Mann, selbst Designer und gelernter Maßschneider, will wieder mehr nähen, sucht jetzt nach Nadeln für seine jüngst reparierte Nähmaschine. Ein Fachgespräch über Rund- und Flachnadeln beginnt, das ist eine sensible Angelegenheit, nicht alle Nadeln passen auf alle Maschinen. Spule und Nähfuß könne er auch noch gebrauchen, erzählt er. „Wir müssen erst mal wissen, welche Maschine das ist“, sagt Zurek, sie gibt dem möglichen Kunden ihre Telefonnummer, sie werden sich in den nächsten Tagen besprechen.

Was übrig bleibt, landet bei Ebay

Denn vieles, was auch zum Verkauf steht, wird sie an diesem Sonntag wohl nicht loswerden. Wie Industrienähmaschinen, die Bügelstationen (für 800 bis 1200 Euro) oder einige Dutzend Stühle, die wie das gesamte Büromaterial im Keller angeboten wird. Bis zum Ende des Monats laufe der Mietvertrag noch, alles, was nach dem Ausverkauf noch übrig ist, soll noch über Ebay verkauft werden. Interessenten können sich auch per E-Mail melden, konkrete Anfragen gehen an die folgende Adresse: schulleitung@m3-campus.de.

Nach einer Nähmaschine hatte auch Aydin Gedik gesucht, doch die Geräte beim Ausverkauf sind alle zu groß für die 27-Jährige. Gefunden hat sie aber trotzdem etwas: Einen großen knallgelben Erste-Hilfe-Koffer und ein Exit-Schild für ihre WG. „Neue Deko“, sagt sie.

Von INKEN HÄGERMANN

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