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Meine Stadt Stickstoffdioxid in Hannover erstmals unter dem Grenzwert
Hannover Meine Stadt Stickstoffdioxid in Hannover erstmals unter dem Grenzwert
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20:29 12.02.2019
Jetzt liegen alle Messwerte zur Luftqualität in Hannover vor –mit einer Überraschung. Quelle: dpa
Hannover

Ein Trend wird bestätigt: Nach Auswertung der so genannten Passivsammler (fangen und sammeln die Luftteilchen in Röhrchen) der Luftqualitätsüberwachung für Hannover liegen alle Messwerte vor und ist nun klar: Der Gehalt an schädlichem Stickstoffdioxid (NO2) in der Stadtluft geht weiter zurück. An einer Messstation wurde laut den Daten vom zuständigen Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim im vergangenen Jahr gar der Grenzwert unterschritten: Demnach lag der Jahresmittelwert an der Vahrenwalder Straße mit 38 Mikrogramm je Kubikmeter Luft unter dem Grenzwert von 40 Mikrogramm.

An vier von fünf verkehrsnahen Messstationen im Stadtgebiet sind die Mittelwerte niedriger als im Vorjahr, erreichten Tiefstwerte seit 2011. Nur an der Bornumer Straße war der 2018-er-Wert etwas höher als im Vorjahr.

Keine kritische Feinstaubbelastung trotz Silvester-Feuerwerk

Der Mittelwert für den Januar, gemessen an der „aktiven“ Überwachungsstation an der Göttinger Straße (B6, nahe Deister-Kreisel, misst elektronisch in Echtzeit) ergab für Stickstoffdioxid eine Belastung, die dem Grenzwert entspricht: 40 Mikrogramm – ein Ergebnis wie im Vorjahr. In den Jahren 2003 bis 2005 lagen die Jahreswerte der Station an der B6 noch nahe 70 Mikrogramm. (Die NP berichtete zuerst über die ersten Ergebnisse für 2018 hier)

Beim Feinstaub „PM10“ (Teilchen bis 10 Mikrometer Größe) gab es im Januar zwei Tage, an denen der Grenzwert von 50 Mikrogramm für das Tagesmittel dort an der B6 überschritten wurde. Allerdings nicht in der Silvester-Neujahrsnacht, von der Experten annehmen, dass das Feuerwerk zu einer hohen Feinstaubbelastung führt, sondern erst drei Wochen später. Im vergangenen Jahr gab es acht Tage, an denen der Grenzwert in Hannover überschritten wurde – erlaubt sind 35 Tage, das ist seit mehr als zehn Jahren nicht mehr geschehen. Wohl mit eine Folge des hannoverschen „Luftreinhalteplans“ und der daraufhin im Jahr 2008 eingeführten „Umweltzone“.

Tiefster Wert seit 18 Jahren

Die Feinstaubbelastung in Hannover ist damit auf dem tiefsten Wert seit mindestens dem Jahr 2001 gelandet. 2003 betrug der Jahresmittelwert 50 Mikrogramm je Kubikmeter Luft – vergangenes Jahr waren es noch 21.

Feinstaub-Quellen sind überwiegend Emissionen etwa aus Kraftfahrzeugen, Kraft- und Fernheizwerken, Öfen und Heizungen, entstehen beim Umgang mit Schüttgut/Baustoffen. Stickstoffoxide (NOx) entstehen bei Verbrennungsprozessen. Hauptquellen hierfür sind: Verbrennungsmotoren und Feuerungsanlagen.

Am heftigsten diskutiert wurden zuletzt die Stickstoffdioxide und Fahrverbote deswegen. Aber: Feinstaubteilchen können bis in den Blutkreislauf des Menschen vordringen, gelten daher als gefährlicher. Ein Experte des Umweltbundesamtes (UBA) lies sich in dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ jüngst so zitieren: „Aus Sicht des Gesundheitsschutzes ist die Belastung der Bevölkerung mit Feinstaub das Sorgenkind Nummer eins.“

Sind die Benziner die Umweltsünder?

Und die schweizerische Forschungseinrichtung Empa hat 2017 herausgefunden, dass die modernen Benziner mit Einspritztechnik im Vergleich zu den modernen Diesel-Pkw wahre Dreckschleudern sind: Die sieben getesteten Benziner pusteten unter Bedingungen, die dem Straßenverkehr nahe kamen, „zehn bis hundert Mal mehr feine Rußpartikel“ raus als ein Dieselmotor mit Partikelfilter.

Auch bei anderen giftigen Schadstoffen waren die Benziner im Empa-Test durchwegs schlechter, heißt es. Insgesamt waren sie schlecht, wie Diesel vor 15 Jahren. Und während Diesel längst mit Partikelfilter fahren, sind für Benziner Partikelfilter erst für Neuwagen vorgeschrieben, deren Typenzulassung vergangenes Jahr (und künftig) beantragt wurde. Eine verpflichtende Nachrüstung ist nicht vorgesehen.

Von Ralph Hübner

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