Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Fremdkörper im Wohngebiet: Das sind Hannovers letzte Bunker
Hannover Meine Stadt Fremdkörper im Wohngebiet: Das sind Hannovers letzte Bunker
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
10:32 03.02.2020
Bedrohlich: Der Bunker in der Haltenhoffstraße ist nicht zu übersehen. Quelle: Christian Behrens
Anzeige
Hannover

Alte Bunker, verschüttet und fast vergessen. Das gibt es nicht nur in Bemerode. Sondern auch in anderen Stadtteilen, etwa in der Nordstadt, in Misburg oder in Kleefeld.

Der Nordstädter Bunker an der Haltenhoffstraße ist ein unwirklicher Ort. Schon von außen wirkt der Betonklotz bedrohlich. Er steht meistens im Schatten, Bäume und Sträucher nehmen ihm Tageslicht. In der Fassade klaffen riesige, zwei Meter hohe Löcher, die eine Ahnung davon geben, wie düster dieser Ort im Innern sein muss. Welch ein Kontrast, dass sich gleich nebenan ein Spielplatz mit lachenden Kindern befindet.

Anzeige
Der Bunker in der Haltenhoffstraße ist ein Relikt aus dem Krieg. Quelle: Christian Behrens

Der Hochbunker aus dem Jahr 1942 war als Krankenstation für das Nordstadt-Krankenhaus geplant. Deshalb befindet sich noch heute im Untergeschoss ein Operationssaal, ein Aufwachraum und ein Zimmer für 100 Betten. Hier sollten die Patienten im Falle eines Luftangriffes unterkommen und im Notfall operiert werden.

Große Löcher an den Außenwänden

Zwischen dem Krankenhaus und Untergeschoss des Bunkers soll es einen Verbindungsgang gegeben haben, der seit etlichen Sprengungen nicht mehr nachweisbar ist. Durch die Explosionen sind die großen Löcher in den Außenwänden entstanden.

So sieht es im Bunker in der Rupsteinstraße in Kleefeld aus. Quelle: Philipp Von Ditfurth

Immer wieder gab es Pläne, das Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg zu revitalisieren. Unter anderem Anliegerproteste haben diese Vorhaben zerschlagen. Ende der 90er sollte der Bunker in ein Studentenheim umgebaut werden – auch daraus ist nichts geworden.

Der Abriss von Bunkern ist teuer

Auch in der Kleefelder Rupsteinstraße wirkt der Bunker wie ein Fremdkörper inmitten eines Wohngebiets. Der 43 Meter lange, 16 Meter breite und 13 Meter hohe Koloss ist bewachsen und leer. Nur nicht ganz so verfallen wie jener in der Haltenhoffstraße.

Der Bunker in der Rupsteinstraße in Kleefeld Quelle: Philipp von Ditfurth

Noch gehört der Hochbunker von 1944 der Stadt Hannover, die möchte ihn aber verkaufen, bis jetzt hat es noch nicht geklappt. Denn: Der Abriss eines Bunkers ist teuer, der Umbau erst recht. Bestandsschutz genießen diese alten Klötze nicht. Trotzdem werden sie bauordnungsrechtlich wie ein Neubau behandelt und müssen demzufolge aktuelle Auflagen zum Brandschutz, Rettungswegen und zur energetischen Sanierung erfüllen.

Beispiele von alten Bunkern in Hannover, wo die Revitalisierung funktioniert hat, gibt es aber auch: Ein Bunker in Misburg dient als Musikübungsraum, einer in Ricklingen wird von einem Karnevalsverein genutzt, in Badenstedt hat sich ein Mobilfunkanbieter das Gebäude gesichert, und im ehemaligen Bunker Oberricklingen hat der Verein Vorbei ein Bunkermuseum eröffnet.

Mehr über Lost Places in Hannover

Von Josina Kelz

Der größte deutsche Buchhändler Thalia ist jetzt auch in Hannover vertreten, wo die Hamburger das Traditionshaus Decius übernommen haben. Es wird sich was ändern – aber es soll auch die Tradition gewahrt werden. Der „kleinen“ Konkurrenz ist darob nicht bange. Eher das Gegenteil ist der Fall.

02.02.2020

Orden für ehrenamtliche Hilfe: Gerhard Spitta (80) hat jahrelang freiwillig Integrationshilfe geleistet und den Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte Hannover (UFU) mit aufgebaut. Dafür wurde der Rentner vom Land Niedersachsen ausgezeichnet.

01.02.2020

Der Umbau des Elefantengeheges im Zoo Hannover geht voran. Im April ziehen die weiblichen Dickhäuter vorerst ins neue Bullenhaus. Ende des Jahres soll auch ihr neues Zuhause fertig sein.

01.02.2020