Leitungsschutz Hannover: Letzter Einsatz für den Saugbagger
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Meine Stadt Hannover: Stadt schützt wichtige Leitungen mit Saugbagger
Hannover Meine Stadt Hannover: Stadt schützt wichtige Leitungen mit Saugbagger
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17:56 03.06.2020
Saugbagger im Einsatz: Wurzelcheck an einer Gasleitung an der Hildesheimer Straße in Hannover.
Saugbagger im Einsatz: Wurzelcheck an einer Gasleitung an der Hildesheimer Straße in Hannover. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Vorsicht, Explosionsgefahr: „Bei Gasleitungen herrscht das größte Gefährdungspotenzial – alles andere geht ‚nur‘ kaputt“, sagt Enercity-Sprecher Carlo Kallen. Und bringt so auf den Punkt, warum der Energieversorger und die Stadt Hannover seit gut zehn Jahren daran arbeiten, das Netz von Strom-, Wasser- und Gasleitungen vor dem Wachstumsdrang der Bäume nebenan zu schützen. Denn an vielen Stellen kommen sich die Wurzeln und eine Versorgungsleitung gefährlich nahe. „Mit Wind entfaltet so ein Baum auch eine Hebelwirkung“, erläutert Kallen das Risiko, dass Wurzelwerk eine nahe Leitung irgendwie zum Bersten bringt.

Zu dicht dran: Wurzelwerk gefährdet eine Versorgungsleitung im Stadtgebiet Hannover Quelle: Schneider/enercity

Laut Stadtverwaltung stehen in Hannover rund 18.500 Bäume in der Nähe von Gebäuden oder Leitungen. Vor gut zehn Jahren seien etwa 2200 Bäume ausgemacht worden, die möglicherweise eine Gefahr für Leitungen darstellen, davon wiederum war bei gut 900 Bäumen eine nähere Begutachtung notwendig – durch Freilegen des entsprechenden Leitungsbereiches. Für viele dieser Inspektionen wurde ein Saugbagger eingesetzt, mit Hilfe dessen langen Rüssels das Wurzelwerk freigelegt wurde. Dieser Tage hat der merkwürdige Bagger seine vorerst letzten Einsätze hier, am Mittwoch etwa war er in der Hildesheimer Straße nahe des Aegidientorplatzes im Einsatz – an einer Gasleitung.

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Das Fazit von Stadt und Enercity nach fast zehn Jahren Arbeit: In etwa 250 Fällen galt es, Leitungen zu verlegen, in etwa 50 Fällen den Baum zu fällen. Ein Drittel dieser Arbeiten sei bislang erledigt, der Rest folge in den kommenden Jahren. In den anderen Fällen halfen und helfen Maßnahmen wie Wurzelschutzfolie oder auch das Kappen der gefährdenden Wurzeln.

Mandy Schönfeld, Expertin beim Grünflächenmanagement der Stadt, erklärt, wie nachhaltig die Maßnahmen Schutzfolie (uninteressant für die Wurzelspitze, daher strebt sie nicht weiter in diese Richtung) und Wurzelsperre (etwa durch bestimmtes, hochverdichtetes Schüttgut ohne „Luftlöcher“) im Zusammenhang mit Kappung sind: „Solange diese eingebauten Sperren intakt sind, also nicht durch Baumaßnahmen oder sonstige Fremdeinwirkungen beschädigt werden, ist diese Bauweise sicher und die Wurzeln wachsen nicht in Richtung Leitung.“

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Von Ralph Hübner