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Meine Stadt Leinewelle: Die Genehmigung durch die Region ist da
Hannover Meine Stadt Leinewelle: Die Genehmigung durch die Region ist da
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14:06 18.01.2019
GENEHMIGT: Die Region Hannover als zuständige Behörde hat das Projekt Leinewelle am Landtag jetzt offiziell abgesegnet. Quelle: Privat
HANNOVER

Wellensurfen auf der Leine vor dem Landtag – ab 2020 ist dies möglich. Die Region Hannover als zuständige Genehmigungsbehörde hat den Initiatoren der Leinewelle grünes Licht gegeben für ihr Projekt. Initiator Heiko Heybey hatte am Morgen den behördlichen Bescheid im Briefkasten. Der Rat der Stadt Hannover hatte die Leinewelle bereits 2018 genehmigt.

Leinewelle kostet 1,2 Millionen Euro brutto

„Nach fünf intensiven Jahren haben wir nun die Bestätigung für unser Engagement“, sagte Heybey gegenüber der NP. „Alle haben uns gesagt, dass wir einen langen Atem brauchen. Den haben wir gehabt.“ Ab sofort wollen sich die Initiatoren nun um die Umsetzung ihres Finanzkonzeptes kümmern –immerhin 1,2 Millionen Euro brutto kostet nach seinen Angaben aufgrund einer qualifizierten Kostenschätzung das Projekt. Davon entfallen alleine knapp 500 000 Euro auf die Wellentechnik: An der Leinebrücke vor dem Restaurant Aresto wird eine Konstruktion eine stehende Welle künstlich auftürmen, auf der die Surfer dann gleiten.

JUBEL BEI DEN ORGANISATOREN: Die Leinewelle vor dem Landtag wurde genhemigt. Ganz rechts: Initiator Heiko Heybey. Quelle: privat

 

Die verbleibenden etwa 700 000 Euro sind für die Planung, Baumaßnahmen und die Nachsorge. Auch Kosten für die Bombensondierung vorab, für die Beweis-Sicherungsmaßnahmen der umliegenden Gebäude, für ökologische Ausgleichsmaßnahme im Gewässerverlauf und die Wiederherstellung des Uferbereiches, der für die Baustelle genutzt werde, habe man finanziell vorgesorgt. „Vorgespräche mit Sponsoren haben wir ja schon geführt. Jetzt können wir konkret an sie herantreten“, so der Initiator weiter. Das Geld für die Leinewelle tatsächlich zusammenzuhaben ist Grundvoraussetzung für den Baubeginn, das hatte sich die Stadt Hannover im Gestaltungsvertrag zusichern lassen.

Start spätestens zu den Olympischen Spielen 2020

Auflagen, die die Region erlassen hat, betreffen in erster Linie ökologische Aspekte. So muss der Verein Leinewelle etwa die Fischdurchlässigkeit nachweisen, auch während des Betriebes: „Es ist uns eine Herzensangelegenheit, dass unser Konzept so wie geplant in Einklang mit der Natur funktioniert“, äußert der Initiator. Während des Genehmigungsverfahrens hatte vor allem der Fischereiverein Hannover Bedenken gegen die Umweltverträglichkeit geäußert, da es verschiedene geschützte Fischarten an der Stelle der Leinewelle gebe. Eine Art habe dort sogar sein Laichgebiet. Diese Bedenken hat die Region nun nicht geteilt.

Heinz Pyka, Vorsitzender vom Fischereiverein, hat am Freitag bereits einen Rechtsanwalt damit beauftragt, herauszufinden, inwieweit die Region die Bedenken des Vereins gewürdigt hat. „Danach werden wir entscheiden, ob wir gegen die Genehmigung klagen oder nicht“, sagte Heinz Pyka gegenüber der NP am Freitag. „Wir bedauern es, dass wir von Stadt und Region Hannover im Zuge des Genehmigungsverfahrens nichts gehört haben zu unseren Einwendungen“, so der Vereinsvorsitzende weiter. Ebenfalls anwaltlich prüfen lässt der Verein, ob sein Fischereirecht durch die geplante Anlage am Hohen Ufer beeinträchtigt wird. „Wenn die Leinewelle kommt, können wir dort nicht mehr angeln“, sagt Heinz Pyka.

OFFIZIELL: Die Region Hannover hat die Genehmigung dem Verein Leinewelle e.V. per Post am Freitag zugeschickt. Quelle: privat

„Unser Ziel ist es, bis spätestens zu den Olympischen Spielen 2020 unsere Anlage zu betreiben, um mit dem olympischen Schwung den Surfsport weiter im Breitensport zu verankern“, so Heiko Heybey. Die Sommerspiele 2020 in Tokio beginnen am 24. Juli. Vorbild für die Leinewelle ist der Eisbach in München im Englischen Garten – eine inzwischen weithin bekannte (Touristen)-Attraktion. Die erste genehmigte künstliche Surfanlage Deutschlands in einem öffentlichen Gewässer steht ab 2020 dann in Hannover.

OB Schostok: „Unsere Innenstadt wird nochmals aufgewertet“

Von einem ähnlichen Effekt für die niedersächsische Landeshauptstadt gehen auch die Verwaltungschefs von Region und Stadt Hannover aus. „Es ist ein reizvolles Angebot für Wassersportler, aber auch eine Attraktion für Schaulustige. Es wird sich schnell herumsprechen, dass man mitten in Hannover unter freiem Himmel surfen kann“, äußerte etwa Regionspräsident Hauke Jagau. Hannovers OB Stefan Schostok sagte: „Als begeisterter Unterstützer der Idee der Leinewelle freue ich mich, dass nun die Genehmigung erfolgen kann und die nächsten Schritte bis zur Realisierung angegangenen werden. Mit der Neugestaltung des Hohen Ufers und diesem neuen sportlichen Highlight wird unsere Innenstadt nochmals aufgewertet. Die Leinewelle wird ein besonderer Anziehungspunkt für die Hannoveraner und Besucher der Stadt werden.“

FANS DER WELLE: Hannovers OB Stefan Schostok (links) und Regionspräsident Hauke Jagau. Quelle: NP

„Herzlichen Glückwunsch an den Verein Leinwelle und an alle Unterstützer, Macher und Vorwärtstreiber, die die letzten Jahre nicht aufgeben haben. Diese positive Beharrlichkeit hat sich jetzt ausgezahlt und wurde belohnt“ , so Hannovers Cheftouristiker Hans Nolte. Durch dieses sportliche und dynamische Angebot werde der Bereich rund um das Hohe Ufer noch viele weitere Menschen begeistern – Hannoveraner und Touristen. Und auch Cartoonist Uli Stein gehört zu den Leinewellen-Fans: „Bundesliga am Maschsee, Feuerwerk an den Herrenhäuser Gärten, und jetzt Surfen in der Altstadt: Hannover überrascht immer wieder durch attraktive Kombinationen.“

Von Andreas Voigt

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