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Meine Stadt Fischereiverein legt gegen Leinewelle Widerspruch ein
Hannover Meine Stadt Fischereiverein legt gegen Leinewelle Widerspruch ein
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19:00 25.02.2019
SOLL 2020 KOMMEN: Die Leinewelle hat die Region zwar genehmigt, dagegen hat der Fischereiverein aber Widerspruch eingelegt.
SOLL 2020 KOMMEN: Die Leinewelle hat die Region zwar genehmigt, dagegen hat der Fischereiverein aber Widerspruch eingelegt. Quelle: Archiv
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HANNOVER

Gegenwind für das Surf-Projekt Leinewelle vor dem Landtag: Der Fischereiverein Hannover hat gegen die im Januar erteilte Genehmigung durch die Region Hannover bei der Behörde fristgerecht Widerspruch eingelegt. Einer der Gründe: Aus Sicht des Vereins hätte die Region die Erlaubnis des Fischereiverbandes einholen müssen, da in dem Areal der Leinewelle bestandsbedrohte Fische leben, etwa Flussneunauge, Steinbeißer oder Mühlkoppe, so Vorsitzender Heinz Pyka.

Region prüft Widerspruch

„Wir entscheiden jetzt über den Widerspruch“, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann. Wann das Ergebnis vorliege, könne er nicht sagen, da es für die Entscheidung keine Fristen gebe. Sollte die Region den Widerspruch ablehnen, bliebe noch die Möglichkeit der Klage vor einem Gericht durch den Fischereiverein. Diese Option hält sich Vorsitzender Heinz Pyka in der Tat offen, der Rechtsanwalt des Vereins hat inzwischen Akteneinsicht bei der Region beantragt. Heinz Pyka betonte, dass man die Leinewelle nicht verhindern wolle, man weiter gesprächsbereit bleibe, aber die ökologische Aufwertung für notwendig halte.

FORDERUNG: Der Fischereiverein möchte am wegen der Leinewelle einige hundert Meter weiter am Leinewehr am Landtag eine Fischtreppe installiert haben. Quelle: Wallmüller

Der Verein befürchtet nämlich, dass sich durch die „Leinewelle“ die Strömungsverhältnisse ändern und Fische in die Sackgasse am Leinewehr gelangen. Eine Fischtreppe sei nötig, damit sie leichter zu den Laichplätzen flussaufwärts gelangen könnten. Heinz Pyka machte den Vorschlag, eine begehbare Fischtreppe am Landtag in Höhe der ehemaligen Flusswasserkunst/Platz der Göttinger Sieben zu bauen – mit Schaufenstern zum Fischegucken. Als Vorbild dient dem Fischereiverein eine Fischtreppe in Gießen. „Interessant ist das etwa für Schulklassen“, so Heinz Pyka. Problem sind allerdings die Kosten, denn die belaufen sich wohl auf einen sechststelligen Betrag. Wer dafür aufkommen soll, ist unklar.

Leinewelle: „Weisen Verbindung zu uns zurück“

Leinewellen-Initiator Heiko Heybey sieht das Surfprojekt durch den Widerspruch nicht gefährdet. „Zwischen der geforderten Fischtreppe am Landtag und unserem Projekt in einigen hundert Metern Entfernung gibt es keinen Zusammenhang.“ Man wolle dem Fischereiverein bei der Fischtreppe am Landtag gerne helfen und die Idee unterstützen, „aber eine Verbindung zu uns weisen wir zurück“. Aktuell akquirieren die Leinewellen-Macher Sponsoren – und wollen in ein paar Wochen erste Erfolgsmeldungen verkünden. Die Leinewelle soll 2020 gebaut werden.

Von Andreas Voigt