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Meine Stadt Leibniz Universität eröffnet Maschinenbau-Campus in Garbsen
Hannover Meine Stadt Leibniz Universität eröffnet Maschinenbau-Campus in Garbsen
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19:42 19.09.2019
Der Maschinenbau-Campus in Garbsen ist eröffnet. Quelle: Nancy Heusel
Garbsen

Nach knapp vier Jahren Bauzeit ist er fertig: Die Leibniz Universität hat am Donnerstag den neuen Maschinenbau-Campus in Garbsen eröffnet. In den kommenden Wochen werden hier die rund 5000 Studierenden und Mitarbeiter von zwölf Instituten einziehen. Sie sind bislang in der Nordstadt angesiedelt.

„Das ist ein Meilenstein für die Universität“, sagte Uni-Präsident Volker Epping bei seiner ersten Rede im neuen 300 Zuhörer fassenden Hörsaal. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sprach von einem „historischen Fortschritt“ für die Universität. Zusammen mit dem Produktionstechnischen Zentrum, das bereits seit 2004 in Garbsen steht, ist das gesamte Areal nun 19 Hektar groß. Das entspricht einer Größe von 26 Fußballfeldern.

Leibniz Universität eröffnet Maschinenbau-Campus

Drei neue Institutsbauten, ein Hörsaalgebäude, eine Mensa, ein Forschungsbau, ein Technikgebäude und das nach der ersten Maschinenbau-Ingenieurin aus Hannover benannte Ilse Knott-ter Meer-Haus mit Räumen für die Studierenden sind auf dem neuen Campus entstanden. 175 Millionen Euro hat der Neubau gekostet, ursprünglich waren 142,7 Millionen Euro geplant. „Das Baukostenwachstum hat uns hart getroffen“, sagte Epping. Größter Geldgeber ist das Land Niedersachsen. Die Leibniz Uni berappte selbst 50 Millionen Euro und trug zudem das Risiko, falls der Neubau noch teurer ausgefallen wäre.

Ziel nur knapp verfehlt

„Wir sind das aber ganz bewusst eingegangen. Unsere Uni platzt aus allen Nähten“, sagte Epping. Dass erstmals in der Geschichte der Universität alle Institute des Maschinenbaus an einem Ort versammelt seien, bringe viele Vorteile in der Forschung und Lehre. „Die Fakultät genießt einen international hervorragenden Ruf“, sagte Epping. Sie sei an zwei Exzellenzclustern beteiligt und werbe mehr als 31 Prozent aller Drittmittel der Universität ein – rund 36 Millionen Euro im Jahr 2018.

Rückblick:
So sah die Baustelle des Maschinenbau-Campus noch im Juli aus

Zwar konnte die Universität den Campus pünktlich zum Wintersemester eröffnen. Alles fertig ist aber noch nicht. Auf dem Gelände wird das mit einem Blick auf die Fläche deutlich, auf der demnächst eine grüne Wiese wachsen soll. Die braune Erde ist hier bislang noch kein schöner Blickfang. In den Gebäuden sieht es mancherorts noch ein wenig kahl und nach Baustelle aus. Ursprünglich wollte die Leibniz Universität schon im Juli fertig sein, dies habe nicht geklappt. „Bei so einem Bau ist das aber in Ordnung“, sagte Epping. Der Innenausbau habe alleine zwei Jahre gedauert. Dies liege am hohen Technikanteil von 40 Prozent.

„Dieser Neubau verleiht der Leibniz Universität internationale Sichtbarkeit, die in Deutschland seinesgleichen sucht“, schwärmte Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. Dies liege nicht nur an der Mensa, die der CDU-Politiker ausgiebig lobte, sondern auch an den neuen Möglichkeiten für Lehre und Forschung.

Im neuen Campus wird an Zukunftsthemen geforscht

Herzstück des Forschungsbaus „Dynamik der Energiewandlung“ ist die Kompressormaschine, die das Gebäude mit Druckluft versorgt. Sie kann so laut wie ein startendes Flugzeug werden und zieht sechs Megawatt. Jörg Wallaschek, Dekan der Maschinenbau-Fakultät, ist auch besonders stolz auf den Rotordynamik-Prüfstand. „Den gibt es mit dieser Leistungsfähigkeit bislang nur an zwei anderen Orten auf der Welt“, sagte er.

Hier lesen: Neue Broschüre soll Studenten über Garbsen informieren

Auf dem neuen Campus werde künftig zu wichtigen Frage der Zukunft geforscht, erklärte Wallaschek. Ein Thema sei etwa die Energiewende oder Künstliche Intelligenz. Am neuen Institut für Kunststoff- und Kreislauftechnik werde untersucht wie bestimmte Kunststoffe durch natürliche Rohstoffe ersetzt werden könnten. „Lasst uns aus Garbsen ein kleines Standford machen“, wünschte sich Wallaschek.

Studenten sind noch kritisch

Während die Leibniz Universität die Eröffnung des neuen Maschinenbau-Campus feiert, sind einige Studierende eher skeptisch. Sie sehen den Umzug aus der Nordstadt nach Garbsen kritisch. „Viele der älteren Studenten finden den Umzug blöd. Die neuen werden sich daran gewöhnen“, sagt Phil Demter (27), der kurz vor seiner Masterarbeit steht.

Ein Grund ist die Anbindung. Mit der Stadtbahn-Linie 4 fahren die Studierenden mehr als 20 Minuten aus der Innenstadt nach Garbsen. Die Haltestelle „Schönebecker Allee“ ist einen guten Kilometer vom Campus entfernt. „Das könnte besser sein“, meint Demter. Bachelor-Student Henning Irmker (22) aus Sarstedt ist deshalb künftig eine Stunde unterwegs, etwa 30 Minuten länger als in die Nordstadt.

Garbsens Bürgermeister Christian Grahl diskutiert mit den Maschinenbau-Studenten. Quelle: Nancy Heusel

Problematischer sehen die Studierenden, dass das typische Unileben am neuen Campus leiden werde. „Das wird womöglich ein 8-bis-18-Uhr-Campus“, befürchtet Demter. Die Studierenden sind bislang im Otto-Klüsener-Haus in der Nordstadt untergebracht. Im neuen Ilse-Knott-ter-Meer-Haus sei deutlich weniger Platz für die studentischen Gruppen. „Hier in Garbsen haben wir nur noch ein Viertel der Fläche“, kritisiert Demter.

Hier lesen:
Bus 404 pendelt zwischen Schönebecker Allee und Campus

Bis auch die ersten Seminare und Vorlesungen am neuen Campus abgehalten werden, dauert es noch ein wenig. Denn in Garbsen sind noch nicht alle Räume vom Brandschutz abgenommen. „Zwei Drittel der Veranstaltungen werden im Wintersemester noch in der Nordstadt stattfinden“, sagt Stephan Kabelac, Studiendekan der Fakultät. Dabei werde darauf geachtet, dass die Studierenden nicht an einem Tag zwischen der Nordstadt und Garbsen pendeln müssten.

Von Sascha Priesemann

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