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Meine Stadt Lehrte: Polen wegen Totschlags vor Gericht
Hannover Meine Stadt Lehrte: Polen wegen Totschlags vor Gericht
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13:27 02.07.2019
VOR PROZESSBEGINN: Sylwester A. (links) und Przemyslaw M. (rechts) sollen einen Kollegen erschlagen haben. Anwalt Tim Hoppe (Bildmitte) verteidigt A. Quelle: Thomas Nagel
LEHRTE

Sie haben noch Kindergesichter. Als Sylwester A. (21) erzählt, dass er in der Schule einmal wegen schlechter Matheleistungen sitzen geblieben sei, lacht ihm Przemyslaw M. (23) spitzbübisch zu. Sie kennen sich schon seit gemeinsamen Schultagen. Kaum zu glauben, dass die beiden beinahe zwei Menschen erschlagen hätten.

Seit Dienstag müssen sich die Angeklagten wegen Totschlags und versuchten Totschlags vor der Schwurgerichtskammer im Hildesheimer Landgericht verantworten. Sie sollen am 28. Januar 2019 in Lehrte (Weserstraße) einen Kollegen (34) brutal erschlagen haben. Zuvor haben sie laut Anklage einen 41-Jährigen mit Fäusten und Tritten schwer verletzt.

Angeklagten schweigen

Zu den Taten sagen die beiden Polen nichts. Allerdings belasteten sie Videoaufnahmen, stellt der Vorsitzende Richter Peter Peschka fest. Auch bei der Polizei hätten die Angeklagten eine Aussage gemacht. Sie wurden kurz nach der Tat festgenommen. Noch Stunden nach den Verbrechen hatten sie viel Alkohol im Blut: M. hatte 1,36 Promille, sein Kollege 2,16.

Die Taten ereigneten sich in der Unterkunft einer Leiharbeitsfirma. Die Angeklagten und die Opfer trafen sich eher zufällig. Sie waren in einem Gemeinschaftsraum untergebracht. Und was Männer so machen, wenn sie sich langweilen: Sie tranken zwei Flaschen Wodka. Als der 41-Jährige gegen 1.15 Uhr auf Toilette ging, begann das Gemetzel. Er konnte sich aber schwer verletzt vor den Schlägen und Tritten seiner Peiniger in Rettung bringen.

Opfer flehte um Hilfe

Sein 34-jähriger Kollege hatte nicht so viel Glück. Zwischen 1.17 und 1.47 Uhr setzte er fünf SMS mit Hilferufen ab. Doch es nützte nichts. Ungezählte Schläge mit der Faust und Tritte gegen Kopf kosteten ihm letztendlich das Leben. Sein Flehen, am Leben bleiben zu dürfen, ignorierten die Täter. Der Mann erstickte an seinem eigenen Blut. Die Angeklagten hätten ihn einfach liegen gelassen, verlas der Erste Staatsanwalt Lars Bölter.

Die Angeklagten stammen aus zerrütteten Familienverhältnissen. Schon in Kindheitstagen fingen sie an zu trinken, sie schwänzten regelmäßig die Schule. M. nahm auch Drogen. Er saß bereits in Polen in Jugendhaft. Doch sind die Babyface-Killer eigentlich nur verletzte Seelen?

Przemyslaw M. warf der Tod der Oma aus der Bahn, bei Sylwester A. war es der Tod der Mutter. „Danach habe ich versucht, mich umzubringen“, sagte er.

Von Thomas Nagel

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