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Meine Stadt Mangelhafter Brandschutz: NSI-Chef widerspricht eigenem Schreiben
Hannover Meine Stadt Mangelhafter Brandschutz: NSI-Chef widerspricht eigenem Schreiben
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19:53 04.12.2018
Studieninstitut für kommunale Verwaltung. Quelle: Christian Behrens
HANNOVER

Wie ist es möglich, dass ein Gebäude in öffentlichen Hand keine Baugenehmigung hat? Die NP hat der Stadt dazu Fragen gestellt. Die Antwort: „Wir äußern uns nicht zu einem laufenden Verfahren.“ Vergangene Woche hieß es noch, dass es sich beim Gebäude des Niedersächsischen Studieninstituts für kommunale Verwaltung (NSI) um eine „private Institution“ handle. Tatsache ist: Das NSI ist eine Einrichtung der niedersächsischen Kommunen, hier wird Verwaltungspersonal geschult.

Umbau ohne Genehmigung

Tatsache ist auch: Für das Gebäude in der Wielandstraße 5 (intern die „Villa“ genannt) gibt es keine Genehmigungen. Das Gebäude steht für Wohnzwecke in den Plänen, es befinden sich aber Büros darin. Die Bibliothek ist zu Seminarräumen umgebaut worden – ohne Genehmigung. Ein Brandsachverständiger bemängelte fehlende Rettungswege.

Claus Schacht (SPD), Bürgermeister von Hemmingen und Vorsitzender des NSI-Vorstandes für den Bereich Hannover, findet klare Worte: „Der Brandschutz muss gewährleistet sein. Es wird zeitnah einen Bauantrag geben.“

Interne Querelen

Innerhalb des NSI scheint es hingegen mächtig zu knirschen. Geschäftsführer Ralf Grabowski bekräftigte am Dienstag nochmal, dass es keine „ernsthaften baulichen Probleme“ in der Villa gegeben habe. Bei einer Brandverhütungsschau der Feuerwehr am 28. November habe sich keine „Zwangsmaßnahme“ für das Haus ergeben.

Das steht aber wiederum im krassen Gegensatz zu einem Schreiben vom 14. November 2018. Es geht um die bevorstehende Kündigung eines Mitarbeiters. Grabowski wirft dem Kollegen vor: „Sie (...) haben offenbar den Brandschutz zumindest in der Villa (Gebäude Wielandstr. 5) vernachlässigt. Das ist eine besonders schwerwiegende Pflichtverletzung. Es muss davon ausgegangen werden, dass für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des NSI, die in der Villa tätig sind, eine latente Gefahr besteht.“ Trotz Nachfrage löste der Geschäftsführer diesen Widerspruch nicht auf.

Nach NP-Informationen wollte Grabowski nichts von den Ergebnissen einer Brandschutz-Begehung vom 18. September wissen. Auch Interventionen des Betriebsrates seien ungehört geblieben, heißt es. Daraufhin sollen Mitarbeiter das städtische Bauamt informiert haben. Mit welchem Ergebnis? Dazu schweigt die Stadt beharrlich.

Von Thomas Nagel

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