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Meine Stadt Lehrer haben keine Zeit für Präventionsprojekt
Hannover Meine Stadt Lehrer haben keine Zeit für Präventionsprojekt
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18:59 10.09.2018
angst:Kinder müssen geschützt werden.
Hannover

 Gerade erst hat sich Niedersachsen der bundesweiten Initiative „Schule gegen sexuelle Gewalt“ angeschlossen, da steht die Frage im Raum, wie man dieses Versprechen einlöst und mit Inhalt füllt. Denn pro Schulklasse muss durchschnittlich damit gerechnet werden, dass ein bis zwei Kinder Opfer dieser Gewalt sind oder werden. Es geht also um nicht weniger als den Schutz der Mädchen und Jungen vor sexualisierter Gewalt – ob Zuhause, in der Schule, bei Hobbys oder unter Gleichaltrigen. Das ist von der Politik und den Grundschulen gewünscht, aber es hapert an der Umsetzung. Der Grund ist genauso schwerwiegend wie banal: Es fehlt an Zeit. Denn die Lehrkräfte sind ohnehin mit dem „Normalstoff“ und Zusatzaufgaben ausgelastet.

Der Verein Violetta aus Hannover bietet Grundschulen der Landeshauptstadt ein Präventionspaket an, das Schulleitung, Lehrkräften und auch nichtpädagogischen Mitarbeitern helfen soll, Missbrauch zu erkennen, sich betroffenen Mädchen und Jungen als Ansprechpartner anzubieten, Verfahrenspläne für den Fall der Fälle zu entwickeln. Einmalig ist dieses Angebot sogar kostenlos, weil allein der Zonta Club 10 000 Euro und der Verein HELP weitere Ressourcen für das Projekt gespendet haben. Das reicht für zwei Grundschulen aus.

Unterstützt wird das Konzept vom Kommunalen Sozialdienst Kinderschutz und Frühe Hilfe des Fachbereichs Jugend und Familie der Stadt. Sachgebietsleiterin Gabriele Bartoszak: „Wir bieten den Schulen an, den Aufwand abzusprechen. Es gibt ja mehrere Bausteine des Projektes, da kann man durchaus bedarfsorientiert herangehen.“ Was dennoch heißt, dass der zusätzliche Zeitaufwand pro teilnehmender Person mindestens sechs bis zwölf Stunden ausmacht.

Violetta-Sozialarbeiterin Kerstin Kremer sieht „die vielen zusätzlichen Anforderungen“ für Lehrer und Erzieher sowie, dass die Fortbildungstage ohnehin mit anderen Themen wie etwa Inklusion abgedeckt werden müssten. Außerdem gebe es einen hohen Krankenstand in den Schulen. Dennoch wünscht sich Kremer, dass sich Schulleitungen, Sozialpädagogen, Klassenlehrer oder auch nichtpädagogische Mitarbeite wie Hausmeister an dem Präventionsprojekt beteiligen würden. „Ich kenne Aussagen von Fach- und Lehrkräften, nach denen sie froh seien, dass ihnen ein Fall von sexualisierter Gewalt noch nicht untergekommen wäre. Da brauchen wir ein Umdenken: Es ist etwas Gutes, wenn sich ein Kind anvertrauen kann, denn leider passiert es ohnehin.“ Gabriele Bartoszak sieht eine weitere Motivation, das Projekt anzunehmen: „Dabei geht es nicht nur um Kinderschutz, auch um den Schutz der Erwachsenen, die oft meinen, ihrer Wahrnehmung nicht trauen zu können, wenn sie nicht sensibilisiert sind.“ Denn das Thema sei immer noch tabuisiert – „aber man braucht Orientierungspläne, was gemacht werden soll in Fall X.

Barbara David, Geschäftsführerin von Violetta, macht darauf aufmerksam, dass die Teilnahme an Präventionsprojekten wie diesem und den daraus resultierenden Verfahrensanleitungen den Schulen auch ein Qualitätsmerkmal zuspricht. „Man zeigt, man nimmt die Verantwortung für die Kinder sehr ernst.“ Früher hieß es, ein sexuell missbrauchtes Kind müsse sich sechs Personen anvertrauen, erst die siebte nehme es ernst. „Es ist wichtig, dem entgegen zu wirken und mit den in den Schulen wichtigen Personen Leitfäden zu arbeiten.“

Von Petra Rückerl

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