Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Langweilig? CDU kritisiert IHK-Neubau am Bischofsholer Damm
Hannover Meine Stadt Langweilig? CDU kritisiert IHK-Neubau am Bischofsholer Damm
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:42 05.11.2019
Klinker und große Fenster: So soll der Neubau der IHK am Bischofsholer Damm aussehen. Quelle: Martienssen/Macina
Hannover

Für 45 Millionen Euro baut Hannovers Industrie- und Handelskammer (IHK) neu am Bischofsholer Damm. Der Entwurf stößt allerdings auf harsche Kritik der CDU. „Langweilig“ sei der, findet Felix Semper, baupolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion. Die Backsteinfassade passe allerdings zu dem „Einheitsbrei, der in den vergangenen Jahren in Hannover entstanden ist“, sagt Semper.

So wie der IHK-Neubau sehe „aktuell jeder zweite Entwurf aus“, ärgert er sich. Dieser ähnele zum Beispiel stark dem neuen Verwaltungsbau der Stadt am Schützenplatz, an dem es schon zuvor viel Kritik gegeben hatte. Auch an der Hans-Böckler-Allee sehe „fast jedes zweite Gebäude so aus wie der IHK-Neubau“, findet CDU-Mann Semper.

Dass es Ähnlichkeiten gibt, wundert nicht. Denn das hannoversche Architekturbüro Martienssen, das den IHK-Neubau entworfen hat, hat an der Hans-Böckler-Allee auch das Backsteingebäude für die Krankenkasse AOK geplant.

Zu viel Einfluss des Bauamtes auf die Entwürfe?

Der Vorwurf, dass in Hannover viele Gebäude, die entstehen, ähnlich aussehen, ist nicht neu. Die CDU hatte schon zuvor kritisiert, dass Stadtbaurat Uwe Bodemann bei Architektenwettbewerben erheblichen Einfluss auf die Auswahl der Entwürfe nehme. Laut IHK-Sprecher Stefan Noort hat es in diesem Fall aber gar keinen Architektenwettbewerb gegeben. Die beiden Unternehmen, die es mit ihren Grundstücken in die finale Auswahl geschafft hatten, hätten auch gleich die Konzepte für den Neubau mit eingereicht. Durchgesetzt hatte sich knapp das hannoversche Unternehmen Bauwo. „Der Entwurf soll so auch umgesetzt werden“, berichtet Noort.

Nach Einschätzung von CDU-Mann Semper braucht es aber schon gar keine Architektenwettbewerbe mehr, um Einfluss auf die Entwürfe zu nehmen. „Viele Architekten gestalten die Gebäude schon im vorauseilenden Gehorsam so, dass sie Hannovers Bauamt gefallen und schneller genehmigt werden“, vermutet er.

SPD verteidigt Hannover-Architektur

Die SPD sieht das ganz anders. Ihr Bauexperte Lars Kelich wirft der CDU „eine Herabwürdigung“ der Architektenschaft vor, weil sie dieser mit ihrer Kritik mangelndes Selbstbewusstsein“ unterstelle. Es sei „schade“, dass die CDU den Entwurf für die IHK „in Misskredit“ bringe.

Kelich ist auch davon überzeugt, dass der Neubau für die Stadt am Schützenplatz „ein großer Gewinn“ sei, weil er durch seine Architektur „Offenheit und Modernität“ miteinander verbinde. Die CDU fordert der SPD-Mann auf, „mal mit offeneren Augen durch die Stadt zu gehen“. Hannovers Neubauten seien „hochwertig, zeitgemäß und städtebaulich attraktiv“.

Lesen Sie auch:

Von Christian Bohnenkamp

Einen Tag nach dem Selbstmord von Robert Enke füllten am 11. November 2009 mehr als 1000 Trauernde die Marktkirche, tausende standen vor dem Gotteshaus in der Altstadt. Eingeladen zur Andacht hatte Hannovers damalige Landesbischöfin Margot Käßmann. Das Interview mit ihr – zehn Jahre danach.

05.11.2019

Der Überfall verlief anders als geplant. Als drei Männer einen Kiosk ausrauben wollten, ließ sich der Betreiber nicht einschüchtern und verjagte die Täter. Eine Überwachungskamera filmte das Trio.

05.11.2019

Auch in der Stadt Hannover wird es keinen Klimanotstand geben. Selbst zu dem Kompromiss eines „Klima in Not“, auf den sich die Regionspolitiker geeinigt hatten, wollte sich die Ratspolitik nicht einlassen.

05.11.2019