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Meine Stadt Landwirte in der Region freuen sich über den Regen
Hannover Meine Stadt Landwirte in der Region freuen sich über den Regen
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16:33 11.07.2018
Tolle Knolle: Landwirt Hanns Christian Seeßelberg-Buresch vom Rittergut Erichshof bei Everloh zeigt seine Kartoffeln nach dem Regen. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

„Da freut sich jede Pflanze“, sagt Hanns Christian Seeßelberg-Buresch, der rund um das Rittergut Erichshof bei Everloh Kartoffeln, Rüben, Mais und auch Getreide anbaut. Vor allem den Hackfrüchten, wie Kartoffeln, Mais und Co im Bauerndeutsch heißen, nützt das derzeitige kühle Nass für zwischendurch – schon bald soll es wieder von Trockenheit abgelöst werden.

Zum Glück kein Starkregen

Gut auch, findet der Everloher Landwirt, „dass uns ein Starkregen hier erspart geblieben ist.“ Der Regen verteilte sich gleichmäßig über zwei bis zweieinhalb Tage. „Schlecht wäre dagegen ein kurzer heftiger Schauer gewesen, der über die Felder spült und dadurch mehr Schaden anrichtet“, so Seeßelberg-Buresch. Dem ohnehin schon schwachen Getreide hätte so ein „Sturzbach“ den Todesstoß versetzen können. Die Halme sind ob der jüngsten Dauertrockenheit dünn und teilweise nur halb so hoch zur Reife gewachsen. „Kommt dann heftiger Regen, legt sich das Getreide hin, trocknet schlecht und keimt eventuell. Dann ist die Ernte komplett verloren.“

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Für Getreide kommt der Regen zu spät

Zwar ist sein Getreide davon verschont geblieben, dennoch hat er Ernteeinbußen zu verzeichnen, denn durch die Trockenheit hat die Ähre auch weniger Körner gebildet als sonst. Daran kann der lang ersehnte der Segen von Oben jetzt auch nichts mehr ändern. Besonders heftig habe die Trockenheit Landwirte im nördlichen Hannover getroffen, sagt Seeßelberg-Buresch, der auch im Vorstand das Landvolks Hannover ist. „Dort gibt es Ernteeinbußen von bis zu 70 Prozent. Nur 30 Prozent Einnahmen – das ist für jeden eine finanzielle Katastrophe.“

Weniger Knollen, kleine Rüben

Den sogenannten Hackfrüchten, die noch wachsen und Ertrag bringen müssen, nützt der Regen aber durchaus. Kartoffeln etwa werde der Everloher erst im September ernten. „Bislang mussten wir beregnen, was das Zeug hält, da war man seit März ohne Pause auf den Feldern unterwegs. Was jetzt vom Himmel fällt, ist bares Geld.“ Ohne Folgen war die Trockenheit aber auch hier nicht. Die Knollenanzahl bei den Kartoffeln etwa dürfte geringer ausfallen, die Rübe kleiner ausfallen schätzt der Landwirt. „Die Hackfrüchte können aber noch einiges leisten – je nach Wetter.“

Von Simon Polreich