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Meine Stadt Wollte er seinen Cousin mit dem Mercedes tot fahren?
Hannover Meine Stadt Wollte er seinen Cousin mit dem Mercedes tot fahren?
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20:31 16.10.2018
Ende einer Wahnsinnsfahrt: Sezer S. war auf seinen Cousin zugerast, der Wagen landete in einem Vorgarten in Ahlem. Quelle: c) Christan Elsner - HAZ / NP
Hannover

Er machte seinen Mercedes zur Waffe: Mit seinem E 500 raste Sezer S. am 12. Mai in der Küstriner Straße in Ahlem auf seinen Cousin Can B. zu. Der rettete sich mit einem Sprung zur Seite. Jetzt landete der eskalierte Familienstreit vor dem Landgericht Hannover. Der 24-jährige Sezer S. ist wegen versuchten Totschlags angeklagt. Seinem Bruder Sezgin, der mit im Auto saß, wird gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Damals müssen die kurdischstämmigen Brüder in Rage gewesen sein, sollen ihrem Cousin nach der Autoattacke mit Baseballschläger und Pfefferspray zugesetzt haben. Der wiederum verteidigte sich mit einem Messer und fügte beiden Schnittwunden zu. Vor Gericht äußerte der 24-jährige Sezer S. allerdings kaum Gefühlsregungen. Das überließ er Verteidiger Matthias Waldraff, der eine Erklärung verlas: „Es tut mir sehr leid, dass ich spontan diese Wahnsinns-, Protz- und Machtnummer mit dem Auto veranstaltet habe.“ Töten wollte er Can B. zu keinem Zeitpunkt, wollte ihn lediglich „Angst einjagen und ihn meine Macht spüren lassen.“

Es ging um die Herkunft eines Mädchens

Wie kam es zu dem extremen Streit der Verwandten? Laut Can B. habe sich einer der Brüder bei einer Familienfeier abfällig über die Herkunft eines kleinen Mädchens aus der Verwandtschaft geäußert, dessen einer Elternteil portugiesisch sei. „Ein Kurde soll kein Mischlingsblut haben“, soll S. gesagt haben. Dem habe Can B. widersprochen, woraufhin sich der Streit hochgeschaukelt und per Whatsapp fortgesetzt habe.

Und zwar in heftigen Beleidigungen wie „Hurensohn“ und „ehrlose Schwuchtel“. Sogar Todesdrohungen sollen per Messenger ausgetauscht worden sein. Auch der Schlichtungsversuch eines Onkels habe nichts bewirkt.

Blutige Auseinandersetzung folgt

Schließlich eskalierte der Streit in Ahlem in der Nähe von Can B.s Wohnort, wo man sich treffen wollte, um „die Sache zu klären“. Can B. nahm zum Treffen zwei weitere Cousins – zur „Schlichtung“ – mit, sowie ein Messer „zur Verteidigung.“

Zu einer großen Aussprache kam es nicht. Stattdessen hielt Sezer S. mit seinem E 500 auf Can B. zu, der sprang zur Seite. S. pflügte, plötzlich selbst „in Panik“, durch Zaun und Vorgarten, kam an einem Treppengeländer zum Stehen. In der Folge kam es zur blutigen Auseinandersetzung zwischen den mit Baseballschläger sowie Pfefferspray bewaffneten Brüdern und B., der ihnen Schnittwunden an den Händen zufügte. Ob dem Mercedesfahrer eine Tötungsabsicht nachgewiesen werden kann, wird sich in der weiteren Verhandlung zeigen müssen. Nächster Prozesstag: 5. November.

Von Simon Polreich

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