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Meine Stadt Hannover: Gemeinsamer Suff endet in Katastrophe
Hannover Meine Stadt Hannover: Gemeinsamer Suff endet in Katastrophe
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17:38 15.03.2019
Unklare Lage: Das Landgericht muss angesichts der Zweifel klären. ob Alex D. wirklich der Täter ist. Quelle: Wilde
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Hannover

Marina G. (37) wirkt noch immer mitgenommen. „Wenn er trinkt, dann wird er zum Dämonen“, sagt sie über Alex D. (40), der sie am 20. September 2018 mit mehreren Messerstichen lebensgefährlich verletzt haben soll. Ist er zu so einer brutalen Tat fähig? Diese Frage wird nun vor dem Landgericht geklärt.

Scheinbar eine Beziehungstat

Auf den ersten Blick sieht alles nach einer Beziehungstat aus. Doch da wird der Fall auch schon kompliziert: Denn Alex D. und sein mutmaßliches Opfer Marina G. führten keine feste Beziehung – eher eine „Freundschaft Plus“, wie man heute sagen würde.

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Alkohol und Sex

Am Tattag hatten die beiden, die im selben Mehrfamilienhaus in Garbsen Auf der Horst wohnen, mal wieder den Tag miteinander verbracht. Das hieß bei ihnen: Alkohol trinken und Sex haben. „Er wollte immer sehr oft Sex“, sagt Marina G. vor Gericht aus. Zunächst sei viel getrunken worden – nach der Tat wurden bei dem Opfer mehr als drei, beim mutmaßlichen Täter 1,7 Promille gemessen worden.

Dann verabschiedete sich Marina G. aus der Wohnung des 40-Jährigen, um bei sich, vier Stockwerke darüber, ein wenig zu schlafen – wohl sehr zu seinem Missfallen. Später in der Nacht sei die 37-Jährige dann noch mal runtergegangen: „Ich wollte nach ihm sehen.“

Noch viele Fragen vor Gericht

Was dann passiert sein soll, stellt das Gericht derzeit noch vor Fragen: Gegen 2 Uhr nachts soll der 40-Jährige seine Tür geöffnet und unvermittelt auf sein Opfer eingestochen haben. Oberarm, Oberschenkel, Brust – mehrfach soll Alex D. das Messer in den Körper der Mutter eines 17-jährigen Sohnes gerammt haben. „Ich habe geschrien und wollte weglaufen“, berichtet sie.

Doch so einfach scheint der Fall nicht zu liegen: Sowohl das Opfer, als auch Alex D. haben unmittelbar nach der Tat den Ehemann von Marina G. gegenüber der Polizei als Täter genannt. Darüber hinaus konnten die Blutspuren vom Tatort noch nicht eindeutig zugeordnet werden. Auch Alex D. hatte sich am Messer verletzt. Aufgrund der unsicheren Beweislage könnte Richter Wolfgang Rosenbusch Nachermittlungen veranlassen – und Licht ins Dunkle bringen.

Von Janik Marx