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Meine Stadt Land will die Marienburg übernehmen
Hannover Meine Stadt Land will die Marienburg übernehmen
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19:03 28.11.2018
Die Luftaufnahme mit einer Drohne zeigt das Schloss Marienburg inmitten der herbstlich verfärbten Wälder bei Pattensen. Quelle: dpa
Pattensen

Bewirtschaftet werden soll der Adelssitz künftig nicht von der Welfenfamilie, sondern von den Familien von Hardenberg und von Schöning. Sie sollen Veranstaltungen, Museum und Gastronomie auf dem Schloss betreiben. Es soll schon einen Pachtvertrag geben.

Das zuständige Kulturministerium des Landes, sowie der Erbprinz und die neuen Pächter wollten sich am Mittwoch nicht äußern. Donnerstag wollen der Erbprinz und Kulturminister Björn Thümler auf der Marienburg Details zur Sanierung und zum konkreten Finanzbedarf bekanntgeben.

Verhandlungen laufen seit zwei Jahren

Bereits seit zwei Jahren hatte der Welfenprinz mit dem Land über finanzielle Hilfe für die Sanierung seines Schlosses verhandelt. Damals sagte er der NP: „Jeder, der eine Immobilie hat, weiß, was es kostet, so etwas instand zu halten, und das ist hier im Falle von Schloss Marienburg vielfach der Fall. Man rennt immer den Sanierungen hinterher.“ Ebenfalls gab der Adelsspross damals im Gespräch zu, dass der operative Verlust im Betrieb von Schloss Marienburg sowie der erhebliche Sanierungsbedarf eine „zunehmende Last“ seien. Diese Baustellen gibt es am Stammsitz der Welfen: Frost und Bewuchs hatten den Osthang, auf dem das Gebäude steht, brüchig werden lassen. Dort musste ein Stützkorsett aus Beton angebracht werden. Ein weiteres Problem: Im Winter ist es in vielen Räumen fast so kalt wie draußen, sodass Führungen nur eingeschränkt möglich sind. Teile des Daches sind zudem von einem Schwamm befallen.

Land will 27 Millionen Euro in die Hand nehmen

Nach NP-Informationen wollen Bund und Land die umfangreichen Sanierungen des maroden Schlosses mit rund 27 Millionen Euro unterstützen. Zu Beginn dieses Monats hatte der Bund angekündigt, 13,6 Millionen Euro aus dem Kulturetat beizusteuern. Die andere Hälfte muss das Land aufbringen. Angeblich soll in den 27 Millionen Euro aber nicht die weitere Sicherung des Hangs inbegriffen sein. Nach NP-Informationen steht auch zur Diskussion, ob die Klosterkammer in das Projekt einsteigt. Kritik an der Beteiligung des Landes gibt es bereits von der SPD. Erst am Dienstag wurde die Fraktion über Thümlers Pläne informiert.

Die Marienburg bei Schulenburg (Pattensen) war ein Geschenk von König Georg V. von Hannover an seine Ehefrau Marie. Fertiggestellt wurde das Gebäude 1867. Die Königin bewohnte das Schloss allerdings nur ein Jahr, ehe sie ihrem Ehemann ins Exil folgte.

Dass die Marienburg nach der Niederlage der Welfen gegen die Preußen überhaupt im Familienbesitz verblieb, lag daran, dass diese sich im Privatbesitz der Königin befand.

Entworfen hatten die Anlage die bekannten Architekten der Hannoverschen Architekturschule Conrad Wilhelm Hase und Edwin Oppler.

Errichtet wurde die Marienburg im Stile einer gotischen, mittelalterlichen Höhenburg – romantisch über dem Leinetal gelegen. Die Bauarbeiten für das Schloss hatten 1857 begonnen.

Ein Mitglied der SPD-Fraktion zur NP: „Die Investition wird sehr kritisch gesehen.“ Den Abgeordneten sei nicht klar, welcher Nutzen sich für die Bürger aus dieser immensen Investition abzeichne, hieß es. Auch Stefan Wenzel (Grüne) übt Kritik: „Das Fürstenhaus Hannover möchte seinen alten Adelssitz offenbar abstoßen, um sich der Sanierungs- und Unterhaltskosten zu entledigen. Es besteht die Gefahr, dass dieses royale Abenteuer der Groko mit sehr hohen Folgekosten für die einfachen Steuerzahler verbunden ist. Die Geschichte des verarmten Adelsgeschlechts und ihrer Sommerresidenz ist wenig glaubwürdig.“

Von B. Lüers

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