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Meine Stadt Vision macht aus Hannovers Dächern Gärten
Hannover Meine Stadt Vision macht aus Hannovers Dächern Gärten
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21:02 21.06.2019
Luftige Vision: So könnte Hannovers Innenstadt im Jahr 2025 aussehen. Quelle: Visualisierung: chora blau Visualisierung + Grafik GbR, Foto: Krückeberg
Hannover

Ein Gartenparadies über den Dächern der City – dafür würde sich der Titel „Kulturhauptstadt 2025“ schon lohnen. Herrenhausen-Chef Ronald Clark hat zur Eröffnung der diesjährigen Herrenhausen-Akademie sein Konzept für den „Roofwalk“ in erweiterter Fassung vorgestellt und neue Visualisierungen präsentiert. Wucherndes Grün auf Kaufhausdächern und anderen Gebäuden der Innenstadt, alles verbunden mit Brücken und Überwegen, die den Besuchern der Kulturhauptstadt einen luftigen Weg hoch über Hannover ermöglichen – Clark plädierte für einen massiven Ausbau der schon vorhandenen Grünflächen auf den City-Dächern. Er will sich noch dieses Jahr mit Geschäftsmann René Benko treffen, dem Besitzer der Kaufhausketten Karstadt und Kaufhof, und ihm das Konzept des „Roofwalks“ vorstellen.

Das Konzept des „Roofwalk“ soll auch einen Kontrapunkt setzen gegen den aktuellen Streit um Prozentpunkte beim Kulturetat. 80 Millionen will Hannover ausgeben für das Kulturhauptstadtprogramm. Sieben Millionen zusätzlich durch die Erhöhung des Kulturetats um 1,5 Prozent. Daran gibt es Kritik der Kulturschaffenden – die Summe wäre nicht einmal der Ausgleich von Inflation und Personalkosten.

Vision macht Hannover zu einer der grünsten Citys Europas

Darum hat sich Herrenhausen-Chef Ronald Clark erst einmal nicht gekümmert. Während der Sommerakademie Herrenhausen stellte er seine ambitionierten und deutlich weiter entwickelten Ideen vor, die zeigen, was im Rahmen einer Kulturhauptstadt auch möglich wäre. Der Spaziergang über den Dächern der Stadt ist eingebunden in ein Konzept einer Gartenkulturhauptstadt Hannover, die damit eine der grünsten Citys Europas würde.

Hier wird der Garten als essenzieller Raum einer Kulturhauptstadt angenommen, als wichtiger zukunftsweisender Teil. Und da hätte Hannover bei entsprechendem Engagement einiges zu bieten. Nicht nur dem „Roofwalk“ – dem wuchernden Grün auf Kaufhausdächern und anderen Gebäuden der Innenstadt, die verbunden wären mit Brücken und Überwegen. Sondern auch die internationale Vernetzung von Privatgärten, eine Art Airbnb im Grünen. In der Stadt werden Aufenthalte in Gärten angeboten, die per Internet weltweit gebucht werden können. Oder ein „Gartenkunstmuseum“ entlang der Üstra-Linie 5, die (bis auf den Expopark) an allen wichtigen Gärten der Stadt von Barock bis in die Gegenwart entlang fährt.

Hohe Ziele: Die Dächer der Zukunft – so grün wie auf dieser Visualisierung soll Hannover als Kulturhauptstadt werden. Quelle: Visualisierung: chora blau Visualisierung + Grafik GbR, Foto: Krückeberg

Die Bewerbungen leben davon, dass sie erlebbar und vorstellbar werden – warum und womit eine Stadt Kulturhauptstadt werden will. Hannovers Kulturhauptstadtbüro will im Spätsommer konkreter werden. Aber auch die Mitbewerber haben mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, müssen schon jetzt die Bürger überzeugen und haben einiges vor.

Hildesheim, Gera, Nürnberg, Dresden, Zittau und Magdeburg sind die Mitbewerber

Magdeburg etwa will sich eine Akademie für die Ausbildung in Theater und Tanz gönnen – als zentrales Vorhaben der Kulturhauptstadtbewerbung. Bei anderen Vorhaben kann man davon ausgehen, dass sie nicht gerade ungedämpfte Begeisterung auslösen. So hat Zittau ankündigt, dass nun endlich der Neubau der B 178 vollendet werden soll. Und Chemnitz hat sich als Kulturbotschafterin Katharina Witt geholt, setzt auch auf grüne Oasen und den Ausbau eines Kulturquartiers zwischen Opernhaus, Kunstsammlung und Uni-Bibliothek.

Apropos: Was ist eigentlich mit Hannovers wegweisendem Multimedialen Kulturwürfel am Hohen Ufer geworden? Davon hat man seit der Präsentation auch nichts mehr gehört.

Dresden hat jedenfalls genug Kulturbauten, Hardware eben. Die Stadt setzt deshalb unter dem Motto „Neue Heimat“ auf Software und will die kulturelle Infrastruktur nachhaltig stärken, will in Vereinen und Verbänden kulturelle Antworten auf die Probleme der Gegenwart finden. Nürnberg will sich in „Erinnerung, Erbe und Wandel“ dem NS-Erbe stellen.

Mittlerweile sind auch erste Etats konkreter geworden. Chemnitz plant mit einem Etat von 90 Millionen, Dresden will ebenfalls zweistellig bleiben – in noch unbekannter Höhe. Auch Zittau ist noch nicht so weit. Für die Vorbereitungsphase sind bisher bescheidene 200.000 Euro eingeplant.

Und in keiner Stadt der Mitbewerber (Hildesheim, Gera, Nürnberg, Dresden, Zittau, Magdeburg) gibt es bisher bemerkenswerten Streit um die Teilnehme an der Bewerbung um den Titel Kulturhauptstadt.

EU-Jury kürt im Herbst 2020 den Titelgewinner

Und so geht es weiter: Abgabe der Bewerbung (Bidbook) bis Ende September, im Dezember steht dann die Shortlist mit den deutschen Finalisten – der Titelgewinner wird dann im Herbst 2020 von einer EU-Jury gekürt.

Und die Chancen von Hannover? Schwierig zu sagen. Die EU-Jury hat sich im Laufe der Kulturhauptstadt-Geschichte darauf verlagert, immer mehr Wert auf die Strukturentwicklung zu legen, auf Wertedebatten – beides allerdings in Verbindung mit der Präsentation von Hochkultur. Hannover könnte hier mit einem Europaschwerkpunkt nach vorne kommen: „Die Stärkung Europas durch Städte“.

In Sachen Strukturentwicklung könnte Chemnitz auch wegen der aktuellen rechtsradikalen Verwerfungen vorne liegen, weil schließlich etwas dagegen getan werden muss – auf der Homepage dieses Bewerbers steht: „Haltung lohnt sich“.

Von Henning Queren

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