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Meine Stadt Bekommt Hannover einen Hollywood-Schriftzug?
Hannover Meine Stadt Bekommt Hannover einen Hollywood-Schriftzug?
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13:06 13.09.2019
So könnte der Schriftzug aussehen, den Aha auf dem "Monte Müllo" plant. Quelle: Fotomontage: Aha
Hannover

In großen Lettern thront der Schriftzug „Kulturhauptstadt 2025“ auf Hannovers höchstem Berg wie das Hollywood-Zeichen über Los Angeles. Bislang ist es nur eine Fotomontage, doch die Abfallwirtschaft Region Hannover (Aha) träumt davon, genau das zur Realität zu machen.

Als Beitrag zur Bewerbung der Stadt Hannover als Kulturhauptstadt 2025 will das Entsorgungsunternehmen den „Monte Müllo“ auf der Mülldeponie Lahe zu einem Kulturberg mit einer Begegnungsstätte machen. „Wir glauben, dass so ein Schriftzug, den man von der Autobahn sieht, das ideale Marketing für Hannover ist“, sagt Aha-Sprecherin Helene Herich.

2017 eröffnet: Der Müllberg soll zu einem kulturellen Treffpunkt werden. Quelle: Florian Petrow

Expo-Pavillon soll auf Müllberg umziehen

Als weitere Neuerung will aha dem ehemaligen Expo-Pavillon von Litauen ein neues zu Hause geben. Auf dem Müllberg soll der gelbe Pavillon zu einem Treffpunkt und Veranstaltungsort werden. „Wir möchten hier Begegnungen und kulturellen Austausch ermöglichen“, sagt Herich. Vor allem Nachhaltigkeit und Wiederverwertung sollen dabei im Fokus stehen.

„Bei uns in Lahe werden jedes Jahr knapp 200.000 Tonnen Restmüll abgeladen. Da ist die Frage nach der Zukunft des Mülls und der Umwelt natürlich ein riesiges Thema für uns“, sagt die Aha-Sprecherin. Vorträge, Konzerte, Diskussionsrunden – all das soll auf dem Müllberg dann möglich sein.

Noch ist hier nichts: Der Müllberg wird derzeit nur bei Führungen und zum Entdeckertag geöffnet. Quelle: Florian Petrow

„Es soll ein weiteres Ausflugsziel in der Region werden, das immer zugänglich ist“, bemerkt sie. Eine Zukunftswerkstatt, ein Moorinformationszentrum, eine Schauröhre mit allen Schichten des Müllberges und eine Müllbibliothek mit weggeworfenen Büchern – die Ideen für den Kulturberg sind vielfältig.

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Wie realistisch ist der Plan?

Mit dem Umzug des Pavillons hat das Unternehmen sich viel vorgenommen. Das 60 Meter lange Gebäude, das vollständig aus Stahl besteht, ist nicht nur schwierig zu transportieren, sondern auch durch Vandalismus und drei Brände in diesem Jahr schwer beschädigt worden. Trotzdem soll es das Herzstück des geplanten Kulturberges werden.

Drei Feuer in einem Jahr: Erst im Juli brannte es in dem Pavillon, der auf den Müllberg umziehen soll. Quelle: Christian Elsner

„Das Erbe der Expo 2000 wird leider nicht ideal genutzt“, sagt Stefan Altmeyer, Pressesprecher von Aha. Daher sei es die Vision des Unternehmens, durch die nachhaltige Nutzung des Pavillons, die Expo und das Projekt Kulturhauptstadt zu verknüpfen.

„Das ist eine große Herausforderung, und ein Statiker müsste erstmal schauen, ob der Berg das überhaupt trägt und ob das Gebäude transportiert werden kann“, sagt Altmeyer. Mit dem Besitzer des Pavillons, einem litauischen Geschäftsmann in Berlin, sei das Unternehmen aber schon in Kontakt getreten.

Kultur auf zehn Millionen Kubikmetern Müll

Der Müllberg, der zum Kulturberg werden soll, ist so groß wie 30 Fußballfelder und besteht aus zehn Millionen Kubikmetern Müll, die innerhalb von 50 Jahren auf der Deponie abgeladen wurden. 2017 wurde er fertiggestellt und eröffnet.

Auf dem Gipfel: Mit 120 Metern ist der Müllberg der höchste Berg in Hannover. Quelle: Florian Petrow

„Hier liegt alles ungetrennt unter der Erde – von Kriegsschutt bis Plastikmüll“, sagt der Pressesprecher. „In gewisser Weise spiegelt dieser Berg damit die heutigen Probleme unserer Gesellschaft wider und genau das, was wir in Zukunft vermeiden wollen.“ Bislang ist der Berg nur zum Entdeckertag und bei Führungen geöffnet. Das soll sich mit dem Projekt ändern.

Rossmann ist Investor des Projekts

Noch ist das alles aber nur eine Vision. „Natürlich muss alles machbar sein, aber wir wollen damit unseren Beitrag zur Kulturhauptstadt leisten“, so Helene Herich.

Auch finanziell herrscht noch Unklarheit. „Das wird sicher nicht billig“, sagt sie. „Aber das Unternehmen will sich mit einem solchen Projekt stärker in die Nachhaltigkeitsdebatte einbringen.“

Müllgebühren und Geld aus dem Topf der Kulturhauptstadt sollen dafür nicht genutzt werden. Stattdessen setzt Aha auf Eigenkapital, Sponsoren und Investoren. Mit dem Drogerieriesen Rossmann konnte das Unternehmen bereits einen großen Investor gewinnen.

Von Johanna Steele

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