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Meine Stadt Kooperation mit Linksextremen: Radikalisiert sich Fridays for Future?
Hannover Meine Stadt Kooperation mit Linksextremen: Radikalisiert sich Fridays for Future?
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19:31 18.09.2019
„Capitalism kills“: Fridays for Future steht dem Kapitalismus kritisch gegenüber.  Quelle: Priesemann
Hannover

Längst ist aus dem einstigen Schülerprotest von Fridays for Future eine breite Bewegung geworden, an der sich auch vermehrt linksradikale Strömungen beteiligen. So gab es bei den vergangenen Demonstrationen in Hannover immer lauter werdende Rufe und Forderungen nach einem Umsturz des kapitalistischen Wirtschaftssystems.

Gemeinsam mit der Interventionistischen Linken (IL) gab Fridays for Future am Mittwoch eine Pressekonferenz zum „Globalen Klimastreik“. Die IL wird vom Verfassungsschutz beobachtet und gilt als „Scharnier“ zwischen militanten Gruppierungen und nicht extremistischen Initiativen. Die Organisation wird am Freitag zusammen mit der Naturschutzjugend und der Seebrücke einen der fünf Züge des Sternmarsches von der Lutherkirche anführen.

Historische Herausforderung rückt zusammen

IL-Sprecher Dirk Wittenberg betont, dass sich die Gruppe dem Demonstrationskonsens und Gepflogenheiten von Fridays for Future unterordnen werde. Dazu gehört unter anderem, dass bei den Protesten der Klimaaktivisten keine Gewalt angewendet werden soll.

Arbeiten zusammen: Dirk Wittenberg von der Interventionistischen Linken, Max Westphal von Students for Future, Hannah Springer von Fridays for Future und Susanne Gerstner vom BUND Niedersachsen. Quelle: Dröse

Fridays for Future und IL einen der Wunsch, den Klimawandel zu verhindern. Die Positionen der linken Gruppierung sind jedoch radikaler. „Wir brauchen einen radikalen Wandel unser imperialen Welt und eine Veränderung der Produktionsverhältnisse“, sagt Wittenberg. Dazu gehöre etwa, dass die Energie- und Automobilkonzerne enteignet werden müssten.

Die Ortsgruppe von Fridays for Future sieht das Engagement der IL nicht als problematisch an und hat in ihr einen weiteren Bündnispartner entdeckt. „Die Forderung nach mehr Klimaschutz steht über allem“, sagt Hannah Springer, Sprecherin von Fridays for Future. Die Zusammenarbeit stehe noch ganz am Anfang, sei bislang aber gut gelungen. Die „historische Herausforderung“ des Klimawandels rücke zusammen.

Hier lesen:
Das fordert Fridays for Future für Hannover

Der niedersächsische Verfassungsschutz schaut auf solche Entwicklungen mit Sorge. Er warnt davor, dass sich Organisationen wie die IL an die Bewegung andocken. „Sie bieten ihre Hilfe an und versuchen sich so unentbehrlich zu machen, um Fridays for Future für ihre Interessen instrumentalisieren“, sagt ein Sprecher. In Hamburg habe es solche Vorgänge bereits gegeben, sie seien aber erfolglos gewesen.

Jugendforscher: Radikalisierung nicht ausgeschlossen

Politisch steht Fridays for Future dem Kapitalismus kritisch gegenüber. „Wenn es mit dem Kapitalismus nicht gelingt das Klima zu schützen, muss man auch über einen Wechsel des Wirtschaftssystems nachdenken“, sagt Lou Töllner, Sprecherin von Fridays for Future. Eine Forderung sei schließlich: „System change, not climate change.“

Jugendforscher Klaus Hurrelmann von der „Hertie School of Governance“ in Berlin misst dem „Globalen Klimastreik“ am Freitag viel Bedeutung zu. Wie die „Babyboomergeneration in der Politik“ auf die Proteste reagiere, sei entscheidend, „ob es zu einem Clash kommt oder nicht“. Dann sei eine Radikalisierung der Fridays-for-Future-Bewegung nicht ausgeschlossen. „Ein Teil könnte mit aggressiven Mitteln versuchen, Einfluss auf das politische Geschehen zu bekommen“, befürchtet Hurrelmann. Denn eins sei klar: Schnell klein beigeben, werde die Generation nicht.

Bislang habe Fridays for Future durch ihre gewaltfreien Proteste große Teile der Bevölkerung erreicht – anders als etwa die 68er-Proteste. „Die haben zum Teil durch ihr aggressives Verhalten die Älteren erschreckt“, sagt Hurrelmann.

Von Sascha Priesemann

Fridays for Future arbeitet in Hannover mit der Interventionistischen Linken zusammen – trotz Versprechens der Gruppierung, sich den Klimaprotestlern unterzuordnen, birgt diese Liaison Gefahren. Bei politischen Ideen sind warnt NP-Volontär Sascha Priesemann in seinem Kommentar vor Spannungen.

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