Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Konica Minolta: Angst um Jobs
Hannover Meine Stadt Konica Minolta: Angst um Jobs
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:28 30.04.2018
VOR UMORGANOISATION: Die Deutschland- und Europazentrale von Konica Minolta in Langenhagen.
VOR UMORGANOISATION: Die Deutschland- und Europazentrale von Konica Minolta in Langenhagen. Quelle: Foto: Kohl
Anzeige
LANGENHAGEN

Die etwa 900 Beschäftigten von Konica Minolta in der Deutschland- und Europazentrale in Langenhagen sind verunsichert: Das Management des Drucker- und Kopiererherstellers hat sich eine Umorganisation auferlegt – und beschlossen, das einiges anders wird und dabei auch Aufgaben und Funktionen ausgelagert werden.

Deutschlandweit könnten etwa 250 Stellen abgebaut werden, hat das Unternehmen jüngst erklärt. Zum 1. Juni sollen die 120 Mitarbeiter des Standorts Solingen dort auf eine andere Firma übergehen, die ein Jahr später alles 100 Kilometer weiter weg verlagern will. Und jetzt steht zumindest die Vertriebsadministration in der Zentrale hier auf dem Prüfstand, von etwa 90 gefährdeten Jobs ist die Rede.

Konica Minolta hat externe Unternehmensberater engagiert, die die Lage analysieren und am Ende ihre Empfehlung geben, was das Management machen könnte oder sollte. Neben der Vertriebsadministration wird auch der Bereich Finanzen unter die Lupe genommen

Die Zahl 90 bestätigt das Unternehmen nicht, und der Betriebsratsvorsitzende sagt: „Wir sind daran interessiert, so viele Stellen wie möglich zu retten und die Zahl so gering wie möglich zu halten.“ Natürlich stelle sich die Belegschaft „wie immer in solchen Fällen Fragen wie: Wird es mich treffen? Ist das jetzt alles oder kommt dann noch was nach?“

Der Betriebsrat will „das Klima nicht vorab vergiften“, fordert aber „eine vernünftige Verhandlungsgrundlage und respektvollen Umgang mit den Menschen, die es betreffen wird“, man werde über einen Interessenausgleich und Sozialplan verhandeln. Der Betriebsratsvorsitzende glaubt, dass der Arbeitgeber selber noch nicht so genau weiß, „wie, was und in welchem Umfang“ in Langenhagen etwas geschehen soll. Er habe anscheinend aber schon mal frühzeitig – wie es das Betriebsverfassungsgesetz verlangt – darüber informiert, dass etwas geschehen wird.

Konica Minolta bekennt sich derweil zum Betriebsstandort Langenhagen: Johannes Bischof, Geschäftsführer und „Präsident Konica Minolta Deutschland und Österreich“ erklärt, dass Langenhagen „ein exzellenter Standort für unser europäisches Geschäft“ sei, gelegen „im Herzen Deutschlands und Europas“, den weltweit wichtigsten Märkten für das Unternehmen, mit „Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt und somit zu hochqualifizierten Spezialisten“.

Die japanischen Konzerne Konica und Minolta sind im Jahr 2003 verschmolzen.

Von Ralph Hübner