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Meine Stadt Kommt die Süd-Link-Trasse unter die Erde?
Hannover Meine Stadt Kommt die Süd-Link-Trasse unter die Erde?
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18:19 16.04.2015
Von Christian Franke
SO VIELLEICHT DOCH NICHT: Statt großer Strommasten wäre eine Lösung mit Erdkabeln denkbar. Quelle: Julian Stratenschulte
Hannover

Donnerstag informierte sich der Umweltausschuss der Region darüber, ob es möglich ist, statt die dreimastige Stromautobahn zu bauen die Kabel zu vergraben.

Damit hatte sich eine Konferenz in Kassel befasst, an der auch ein Mitarbeiter der Regionsverwaltung teilgenommen hat. Das Ergebnis stellte er gestern im Ausschuss vor: Technisch scheint die Erdkabelvariante kein Problem, juristisch sieht es anders aus.

Für Umweltdezernent Axel Priebs sei die Erdkabellösung eine, die „aus meiner Sicht ins Auge gefasst werden müsste.“ Denn: Sie „würde die Probleme aus meiner Sicht alle lösen“, sagt er.

Damit meint er vor allem die zahlreichen Bürgerinitiativen, die dagegen protestieren, dass die Trasse in ihren Kommunen geplant ist. Würden Erdkabel verlegt werden, würden nicht nur die riesigen Strommasten überflüssig. Es ließe sich sogar über eine „neue Trassenkonstellation“ nachdenken, so Priebs. Schließlich könnten die Kabel beispielsweise an Autobahnen oder ICE-Trassen verlegt werden - und nicht in dicht besiedeltem Gebiet.

Außerdem sei die Verlegung, so die Informationen aus Kassel, mit relativ geringen Eingriffen in die Natur verbunden. Und die Erdkabel seien weniger störanfällig als jene in der Luft. Allerdings müssten sie bei Defekten ausgegraben werden.

Zwei Haken hat die Sache: Die Erdkabel sind deutlich teurer. Wenn auch nicht so teuer, wie in den vergangenen Wochen angenommen. Allerdings dürfte mit doppelt so hohen Kosten wie bei Freileitungen zu rechnen sein.

Dazu kommt eine juristische Hürde. In der aktuellen Gesetzgebung haben die Mastenleitungen Priorität. Hier müsste sich auf Bundesebene etwas ändern. Priebs fordert, zu überlegen, „was wir als Region machen können“, um ein Umdenken voranzutreiben.

Ministerpräsident Stephan Weil hatte bereits im Februar in einem Interview mit der Zeitung „Die Welt“ die Erdkabel-Variante ins Spiel gebracht. „Es gibt sehr viel Unruhe bei uns im Land. Wir wissen aus Erfahrung, dass an neuralgischen Punkten Erdverkabelung sehr zu Akzeptanz beitragen kann.“