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Meine Stadt Vor Gericht: Kokain auf dem Bremspedal
Hannover Meine Stadt Vor Gericht: Kokain auf dem Bremspedal
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00:20 25.03.2018
Amtsgericht: Ilker T. (links) mit seinem Anwalt.
Amtsgericht: Ilker T. (links) mit seinem Anwalt. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

 Am 10. Oktober 2017 hat es am Vahrenwalder Platz „geschneit“. Das hatte allerdings nichts mit dem Klimawandel zu tun. Ilker T. (37) feierte im „Pasha“ mit drei Frauen. Als ihnen der Alkohol nicht mehr genug war, fuhr die Truppe zum Vahrenwalder Platz. T. besorgte Kokain. Im Auto zog er auf dem Smartphone seine Lines, da rempelte ihn ein Mädel an. Plötzlich lag das Koks auf dem Bremspedal. Was dann geschah, hat dem vorbestraften Angeklagten am Donnerstag ein Jahr Haft auf Bewährung und eine Geldstrafe von 1000 Euro eingebracht.

„Sie haben gerade noch die Notbremse gezogen“, erklärte Richter Burkhard Littger. Denn erst nach Zureden gestand Ilker T. die schwerste Straftat. Über das verloren gegangene Kokain war der Angeklagte so sauer, dass er die Wagenscheibe seiner Bekannten mit einem Gullydeckel einwarf. Er entwendete Geldbörse mit 70 Euro, Iphone und Schlüsselbund. Gegen 7 Uhr morgens fand ihn dann die Polizei schlafend in seinem Auto. Da hatte T. etwa zwei Promille Alkohol im Blut. Das hinderte ihn nicht daran durch die Stadt zu fahren; zudem auch noch ohne Führerschein.

Ein holpriges Geständnis

„Bei seiner Alkoholisierung hat er nur noch eine rudimentäre Erinnerung“, erklärte Rechtsanwalt Matthias Steppuhn das holprige Geständnis. Richter Littger zeigte sich gnädig. Denn Ilker T. ist ein schwerer Junge, steht unter Bewährung. Er saß wegen Raubes und Betruges im Gefängnis. T. verzichtete auf Rechtsmittel.

Von Thomas Nagel