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Meine Stadt Reicht Hannovers Schutz vor Hochwasser?
Hannover Meine Stadt Reicht Hannovers Schutz vor Hochwasser?
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15:04 03.03.2019
Abgesoffen: Das Strandleben in Linden. Im Sommer 2017 waren Ihme und Leine über die Ufer getreten. Die Stadt geht davon aus, dass das wegen des Klimawandels häufiger vorkommen wird.
Abgesoffen: Das Strandleben in Linden. Im Sommer 2017 waren Ihme und Leine über die Ufer getreten. Die Stadt geht davon aus, dass das wegen des Klimawandels häufiger vorkommen wird. Quelle: Villegas
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Hannover

So wie im Sommer 2017 wird es künftig wohl öfter kommen. Starke Regenfälle über Tage ließen die Pegel der Flüsse ansteigen. Auch in Hannover kam es zu Überschwemmungen. Reicht der Hochwasserschutz der Stadt? Darüber diskutierte die Politik im Rat.

Für Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette jedenfalls steht fest: „Aufgrund des Klimawandels werden Extremwettersituationen häufiger auftreten und dann auch extremer ausfallen“. Das gelte für Trockenheit wie im Sommer 2018 aber auch für Hochwasser wie im Jahr davor.

Auch FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke fürchtet, dass „Hochwasser in kürzeren Abständen kommen“ und Hannover mit „mehr extremen Regenfällen rechnen muss“. Er wollte von der Stadt wissen, „ob wir mittelfristig mehr tun müssen?“.

Stadt will Entwicklung intensiv beobachten

Tegtmeyer-Dette kündigte an, dass die Stadt zusammen mit weiteren zuständigen Behörden „gemeinsam sehr intensiv“ beobachten werde, „wie die Entwicklungen sind“. Es werde regelmäßig überprüft, „ob weitere Maßnahmen erforderlich sind“. Wichtig sei auch darauf zu achten, „dass die Versiegelung in Neubaugebieten nicht zu groß ist“.

Am Ihme-Zentrum stand im Sommer 2017 ebenfalls das Wasser. Quelle: Dröse

Allerdings habe die Stadt zuletzt auch schon einiges getan. Zum Beispiel durch den Neubau der Benno-Ohnesorg-Brücke zwischen Linden-Mitte und Calenberger Neustadt, durch den die Ihme mehr Platz zum Fließen hat. Durch Abgrabungen am Ihme-Ufer seien weitere Flächen für das Wasser geschaffen worden. Außerdem baute die Stadt Deiche in Ricklingen aus.

Hochwasserschutz an der Innerste hilft Hannover kaum

Auf die Tagesordnung hatte die SPD das Thema gesetzt. Sie wollte wissen, ob sich durch neue Rückhaltebecken, die die Landkreise Hildesheim und Goslar sowie die Städte Hildesheim, Goslar und Salzgitter planen, die Gefahr von Hochwasser in Hannover verringert. Denn dass in Hannover die Pegel stiegen, lag vor allem 2017 auch an der Innerste, die südlich der Stadt in die Leine mündet.

Dezernentin Tegtmeyer-Dette dämpfte jedoch die Erwartungen. Nach Rücksprache mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz teilte sie der Politik mit, dass „nach jetzigem Kenntnisstand mit keinen nennenswerten Auswirkungen auf die Hochwassersituation in Hannover zu rechnen“ sei.

Deshalb würden sich auch die Grenzen von HQ 100 und HQ 200 nicht ändern. Hochwassern, wie sie statistisch alle 100 und 200 Jahre vorkommen. Diese sind zum Beispiel für Bauprojekte relevant. Die Stadt verweigerte kürzlich mehreren Vereinen Kunstrasenplätze, weil sie im HQ-100-Bereich liegen (NP berichtete).

Von Christian Bohnenkamp