Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Kleiner Knut für Hannover? Eisbärin möglicherweise trächtig
Hannover Meine Stadt Kleiner Knut für Hannover? Eisbärin möglicherweise trächtig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:55 29.10.2019
Die Eisbären Sprinter und Milana bei ihrem ersten gemeinsamen Ausflug in Yukon Bay. Quelle: Zoo Hannover
Anzeige
Hannover

Im Februar hatten Milana (10) und Sprinter (12) ein erstes Rendezvous in Yukon Bay, von da an waren sich die beiden außerordentlich zugewandt. Ob eine der Begegnungen Folgen hat oder nicht: Vorsorglich wurde eine Wurfhöhle hinter den Kulissen vorbereitet – und Milana zieht sich seit einigen Tagen dorthin zurück.

Die meisten Geburten am Jahresende

Tatsächlich werden die meisten Eisbären im November/Dezember geboren. Aber da es keinen Schwangerschaftstest für Ursus maritimus gibt, heißt es: Abwarten. Seit der Paarung hat Milana diverse Kilo zugelegt, mittlerweile wiegt sie stolze 330 kg. Das könnte darauf hindeuten, dass sie tragend ist: Eisbärinnen legen sich ein Fettpolster zu, damit sie die langen Wochen ohne Futter in ihrer Wurfhöhle überstehen können. Milana ist jedoch bei den Tierpflegern für ihren guten Appetit bekannt. Die Gewichtszunahme ist daher leider kein sicheres Zeichen einer Trächtigkeit.

Anzeige
Eisbärin Milana Quelle: Zoo Hannover

Eisbärin bleibt hinter den Kulissen

Dennoch bleibt Milana ab jetzt erst einmal hinter den Kulissen, wo ihr der abgetrennte Mutter-Kind-Bereich und die Wurfhöhle zur Verfügung stehen. Um jegliche Störung im Fall der Fälle auszuschließen, wurde auf der südlichen Seite der Eisbärenanlage zusätzlich eine Schallschutzwand direkt vor der Tür zum Mutter-Kind-Bereich installiert.

Mehr zum Thema Zoo

Jungtier-Sterblichkeit im Freiland sehr hoch

„Wir wissen nicht, ob Milana tragend ist“, erklärt der Zoodirektor Andreas Casdorff, „aber der Erlebnis-Zoo möchte einen Beitrag zum Erhalt der bedrohten Tierart leisten und wir hoffen es daher sehr.“ Eine Hoffnung, die der Zoo gleich relativiert: „Es wäre Milanas erster Nachwuchs und sie wäre eine unerfahrene Mutter. Die Jungtier-Sterblichkeit ist auch im Freiland leider hoch", berichtet der Zoologische Leiter Klaus Brunsing. Bei der Geburt sind Eisbären nicht größer als ein ausgewachsenes Meerschweinchen. Sind sie schwach oder gar krank, kommt es vor, dass die Mutter ihren Nachwuchs frisst. „So ist die Natur, niemand von uns kann oder wird da eingreifen“, so Brunsing.

Aber erst einmal wird gehofft und das Zooteam bittet alle: Daumen drücken!

Zuletzt hatte im Berliner Tierpark Eisbären-Nachwuchs für Entzücken gesorgt. Im Dezember 2006 war Knut geboren worden – und hatte international für Aufsehen gesorgt. Er starb allerdings am 19. März 2011.

Stark bedroht

Seit 2006 steht der Eisbär auf der Roten Liste der Naturschutzorganisation IUCN. Der Bestand ist als „gefährdet“ eingestuft. In der Arktis leben nur noch etwa 20.000-25.000 Eisbären. Nach Einschätzung der IUCN wird die Bestandsentwicklung des Eisbären als rückläufig eingestuft. Der Erlebnis-Zoo Hannover beteiligt sich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Eisbären, um die Tierart langfristig zu erhalten und für den Schutz des Lebensraumes zu sensibilisieren.

Von NP