Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Keine *Stunde für die Regionsversammlung
Hannover Meine Stadt Keine *Stunde für die Regionsversammlung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:01 26.02.2019
DEBATTIEREN GERNE: Die Politiker in der Regionsversammlung. Foto:
DEBATTIEREN GERNE: Die Politiker in der Regionsversammlung. Foto: Quelle: Schaarschmidt
Anzeige
HANNOVER

Kinderseelen, Femizid (systhematische Tötung von Frauen), Teilzeitarbeit: Man kann nicht sagen, dass die Regionsversammlung schwierige Themen ausklammert. Besonders in den aktuellen Stunden pflegen die Kommunalpolitiker am ganz großen Rad zu drehen. So auch am Dienstag. „8. März, Internationaler Frauentag - Wie setzt die Region geschlechtergerechte Teilhabe in Verwaltung und Politik um?“, warfen die Grünen als Frage auf. Angesichts der gendergerechten Sprache in der hannoverschen Stadtverwaltung war eine „Sternstunde“ in der Debattenkultur zu erwarten.

Zuvorderst muss man festhalten: Die Region Hannover hat 2018 den Gender-Award des Bundesfamilienministeriums erhalten. Und das ganz ohne Gender-Stern für das dritte Geschlecht wie in der Stadt Hannover. Das erkannte auch Nicole van der Made (Grüne): „Bei den Regionsdezernenten ist das Verhältnis ausgeglichen.“ Ein guter Scherz. Denn von fünf „Leitenden“ (so die gendergerechte Sprache der Stadtverwaltung Hannover) sind vier weiblich. Das konnte die AfD nicht unkommentiert stehen lassen. „Auf der Führungsebene sind Männer unterrepräsentiert“, so Konstantin Zimmermann. Er forderte die Unterrepräsentanz von Männern abzubauen. Damit nicht genug: „Wenn aus Vater und Mutter Eltern I und Eltern II werden, dann werden Kinderseelen zerstört.“ So wird es in Frankreichs Schulen auf Anschreiben neu gehandhabt.

Tatsache bleibt: Fehlende Betreuungsmöglichkeiten für Kinder schmälern die Karrierechancen von Frauen, erklärte Gerhard Kier (FDP). Seine Partei setze sich für die Ausbildung von Frauen in Naturwissenschaften und technischen Berufen ein. Als oberster Frauenrechtler outete sich Julian Kippert (REGION). Am 8. März sollten alle Frauen die Arbeit niederlegen, um gegen den Femizid zu protestieren. Als Ratschlag für die Regionspolitik meinte er, dass kein Mann mehr reden sollte, wenn nicht auch eine Frau das Wort ergreife. Das würde in der REGIONS-Fraktion kurze Debatten bedeuten – bei drei Männern. In Wahrheit sind in der Regionsverwaltung mehr als 40 Prozent der Führungsposten von Frauen besetzt. Cornelia Busch (SPD) wies daraufhin, dass die Region ihre Sache in „gendergerechter Teilhabe nicht schlecht“ mache.

Von Thomas Nagel