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Meine Stadt Kein Nachfolger gefunden: Thorenz schließt nach 44 Jahren
Hannover Meine Stadt Kein Nachfolger gefunden: Thorenz schließt nach 44 Jahren
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09:12 11.01.2019
Institution: Jürgen Thorenz vor seinem Laden. Quelle: Foto: Thomas
Hannover, Hannover

Eine Pause zum Luftholen bleibt Jürgen Thorenz nicht. Der 69-Jährige ist gefragt, am Handy, bei seinen Mitarbeitern und natürlich von den zahlreichen Kunden in seinem gleichnamigen HiFi- und TV-Geschäft. Nachdem er angekündigt hat, seinen Laden nach 44 Jahren zu schließen, lockt der Räumungsverkauf zusätzlich noch einige Schnäppchenjäger in der Karmarschstraße. „Das ist heute wieder ganz schön hektisch“, sagt Thorenz.

Sein Name steht in der Stadt für HiFi-Qualität. Kein Wunder also, dass viele Stammkunden nochmal vorbeischauen. „Mensch Jürgen, schade, dass du jetzt deinen Laden schließt“, sagt ein Gast und begrüßt Thorenz per Handschlag. „Viele Menschen äußern mir ihr Bedauern“, erzählt der Unternehmer.

Das „Persönliche“ war ihm wichtig

Das „Persönliche“ sei es gewesen, dass sein Geschäft heute von vielen anderen Läden in der City unterscheidet. „Solche hochwertigen Produkte verkaufen sich nicht vom Stapel, da braucht es kompetente Beratung“, erklärt Thorenz. Und dafür hätten er und seine neun Mitarbeiter sich immer Zeit genommen. Jeder vom „Schüler bis hin zum Bundeskanzler“ – wie er seine Kundschaft beschreibt – hätten den gleichen Service erhalten. Damit „Stevie Wonder plötzlich im eigenen Wohnzimmer erscheinen“ konnte, wie ein Kunde sich mal bei Thorenz für die neue Musikanlage bedankt hätte.

Jürgen Thorenz in seinem Geschäft Quelle: Michael Thomas

„Kompetenz“ ist für Thorenz ein weiteres wichtiges Wort. Das zu garantieren, sei ein weiteres wichtiges Ziel gewesen. Nur so sei er an einige wichtige Aufträge gekommen – manchmal auch mit glücklicher Fügung. Weil sein langjähriger Mitarbeiter Horst Thiedemann 2000 die Fernbedienung einer Expo-Führungskraft noch im Laden reparierte, habe er zur Weltausstellung den Zuschlag erhalten, die 2800 Wohnungen der Expo-Mitarbeiter mit Fernsehern und Telefonen auszustatten. Bei solchen Großprojekten überließ er dann nichts dem Zufall. „Da bin ich dann oftmals auch selbst rausgefahren, damit alles auch funktioniert“, sagt Thorenz. Er habe täglich oft mehr als zehn Stunden gearbeitet. Selbst als das Geschäft sonntags zu war, sei er hingefahren, um aufzuräumen oder Büroarbeiten zu erledigen.

Nur wenige kamen für Nachfolge in Frage

Bald ist damit Schluss. „Vor drei Monaten wären mir noch die Tränen gekommen, wenn ich daran dachte, dass wir das Geschäft bald schließen. Jetzt freue ich mich auf die Zeit danach“, sagt Thorenz. Der Ruheständler will dann wieder vermehrt den Tennis- und Golfschläger rauskramen und mit seinen Enkeln spielen. Dass er seinen Laden damit endgültig aufgeben muss, findet er traurig. „Ich habe einfach keinen Nachfolger gefunden, das Geschäft in der Nische läuft weiterhin super. HiFi erlebt gerade wieder eine Renaissance“, erzählt er.

Viele Gespräche habe er geführt. In der Region Hannover seien aber nur drei Menschen für die Nachfolge in Frage gekommen. An jeden x-beliebigen Menschen hätte er seinen Laden nicht vermacht. „Ich will ja, dass das hinterher weiter gut läuft“, sagt Thorenz.

Vom ersten Tag Spaß gehabt

Das galt in gewisser Weise auch für seinen Abschied. „Sowas muss sauber durchdacht sein“, erklärt er. Seine Stammkunden hat er informiert. Die Garantiezusagen und den Service würden künftig die 21 Expert-Märkte im Umland übernehmen. Thorenz gehört mit seinem Geschäft zum Expert-Verbund. Die Mitarbeiter könnten zudem auf Zuruf dort einen neuen Job bekommen. „Das zu regeln, war mir wichtig“, betont er.

Mit ein bisschen Wehmut blickt er nun zurück auf die 44 Jahre in seinem HiFi-Geschäft. 1974 ging es mit einem 25-Quadratmeter-Laden in der Goethestraße los. Damals spielten Franz Beckenbauer und Gerd Müller noch Fußball, und das wollten die Menschen im Fernsehen sehen. Für die Geräte bot er damals einen Rund-um-die-Uhr-Service an. 1985 ging es dann in die Karmarschstraße. Thorenz stattete die VIP-Logen des Stadions mit Fernsehern aus, sorgte für die Videotechnik in der Marktkirche. „Es hat eigentlich vom ersten Tag Spaß gemacht“, sagt er. Und das soll der Ruhestand nun bald auch.

„Wir brauchen mehr, die sich was trauen“

Von Sascha Priesemann

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