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Meine Stadt Kein Kostenschock für die Volksfeste
Hannover Meine Stadt Kein Kostenschock für die Volksfeste
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19:50 18.04.2012
Von Andreas Voigt
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Hannover

Denn ab 2013 gilt: je größer die Veranstaltung und je höher der Eintrittspreis, desto höher die Gebühren (NP berichtete). Der Bundesverband der Musikveranstalter geht von Kostensteigerungen von bis zu 600 Prozent und mehr aus.

Für Hannovers Volksfeste wie die städtischen Weihnachtsmärkte oder das Schützenfest ändert sich bei der künftigen Lizenzierung durch die Gema dagegen grundsätzlich nichts. Die Stadt rechnet nämlich schon seit Jahren nach der Größe der Veranstaltungsfläche mit der Verwertungsgesellschaft ab, wie es ab 2013 Vorschrift wird.

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Hintergrund: Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte im Herbst 2011 höchstrichterlich entschieden, dass eine Abrechnung nach Veranstaltungsfläche rechtens ist. Der BGH hatte damit eine seit 2006 geltende Praxis bestätigt, nach der die Stadt Hannover mit der Gema bereits die Gebühren abrechnet.

Auch das Maschseefest verfährt nach dieser Methode. Organisator Hans Nolte legte nach Absprache mit der Gema 2011 die komplette Maschseeufer-Fläche zugrunde – vom Nordufer bis zum Südanleger. Einzige Ausnahme: die Löwenbastion, die von Hannover Concerts betrieben wird. Als Konzertveranstalter habe man eigene Konditionen mit der Gema, so Michael Lohmann.

Möglicherweise fahren Stadt und Maschseefest künftig sogargünstiger. Wie die Gema auf Anfrage mitteilte, errechnet sich die Veranstaltungsfläche vom ersten bis zum letzten Stand (zur Berechnung der Länge) sowie von Häuserwand zu Häuserwand (zur Berechnung der Breite) unter Berücksichtigung der gesamten Straßenfläche einschließlich etwaiger Gehwege oder Straßenplätze.

Aufgrund dieser Fläche berechnet die Gema die Vergütungshöhe: Pro 100 Quadratmeter werden die Urheber mit 22 Euro beteiligt – bei Volksfesten ohne Eintritt. „Das würde für 1000 Quadratmeter 220 Euro bedeuten. Gegenüber den derzeit fälligen 190,50 Euro also eine leichte Kostensteigerung“, sagt Gema-Sprecher Peter Hempel. Eine Veranstaltung mit 700 Quadratmetern Veranstaltungsfläche hingegen werde ab 2013 mit 154 Euro lizenziert, derzeit seien 190,50 Euro fällig.

Werde bei einem Fest doch ein Eintrittsgeld verlangt, beispielsweise drei Euro Eintritt zu einer Veranstaltungsfläche von 2100 Quadratmetern, senke sich die Vergütung von derzeit 811 Euro auf 630 Euro.