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Meine Stadt Karibus an Pilzvergiftung gestorben
Hannover Meine Stadt Karibus an Pilzvergiftung gestorben
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19:15 13.11.2009
Drei Karibus aus dem Zoo Hannover sind völlig überraschend verstorben.
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Von Christian Carstens

Hannover. Die sieben nordamerikanischen Tiere wurden wegen der Umbauarbeiten für die Alaska-Landschaft Yukon-Bay vorübergehend im Wisentgehege in Springe untergebracht.

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Der Tod der Tiere in der ersten Oktoberwoche war den Zoo-Tierärzten ein Rätsel. „Es gab keine sichtbaren Krankheitsanzeichen. Außerdem lebte auf dem Gelände schon vorher ein Karibu“, sagt Zoosprecherin Simone Hagenmeyer. Nach Angaben des zoologischen Leiters Heiner Engel sei das Gehege außerdem auf mögliche Risiken für die sensiblen Tiere untersucht worden.

Die Mediziner suchten wochenlang nach den Ursachen, bis schließlich giftige Risspilze gefunden wurden. Laut Hagenmeyer gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Tiere diese Pilze gefressen haben. „Drei Karibus sind verstorben, die restlichen wurden sofort mit Antibiotika behandelt und sind auf dem Weg der Besserung“.

Zur Versorgung ist die kleine Herde nun wieder nach Hannover gebracht worden. Bis zur Eröffnung von Yukon Bay im Frühjahr leben sie in einem Gehege hinter den Zoo-Kulissen. „Für uns ist das ein Rückschlag, der sehr traurig und aus zuchttechnischer Sicht auch sehr ärgerlich ist“, sagt Engel. Erst im Juni hatte der Zoo die Geburt von First Lady gefeiert, dem ersten Karibu-Nachwuchs in Europa seit 1945. Wie auch Mutter Takkini und Vater Carter hat aber auch das Jungtier die Pilzvergiftung überlebt.

Mit der Karibu-Zucht hat sich der Zoo 2008 eine schwere Aufgabe gestellt. Die nordamerikanischen Wildrentiere zählen nach Angaben von Michael Böer, Professor an der Tierärztlichen Hochschule, zu den empfindlichsten Zuchttieren. Ein Transfer sei ein großer Stress-Faktor. „Es ist sehr schwer, diese Tiere an ein neues Umfeld zu gewöhnen. Bei der Zucht muss man mit Verlusten rechnen.“