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Meine Stadt Käßmann und Brodowy werden Asphalt-Herausgeber
Hannover Meine Stadt Käßmann und Brodowy werden Asphalt-Herausgeber
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17:02 12.02.2019
Margot Käßmann und Matthias Brodowy übernehmen.  Quelle: Wilde
Hannover

Das StraßenmagazinAsphalt“ hat zwei neue Herausgeber – und zwar mit Gewicht. Die ehemalige Landesbischöfin Margot Käßmann (60) und der Kabarettist Matthias Brodowy (46) werden an die Stelle von Journalistin Hanna Legatis und Armutsforscher Heiko Geiling treten, die im September 2018 nach Zerwürfnissen mit dem dritten Herausgeber, Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes, gefeuert (Legatis) wurden bzw. gegangen (Geiling) sind. 

Käßmann und Brodowy stehen mit Müller-Brandes nicht nur an der Spitze des renommierten Straßenmagazins, sie werden auch eigene Beiträge schreiben. Käßmann lobte „Asphalt“ als ein „großartiges Projekt mit richtig guten Artikeln“. Brodowy bekannte schmunzelnd: „Ich wollte ja auch mal Journalist werden und dass ich jetzt Herausgeber werde, freut mich natürlich sehr“. Auch er lobte den „hohen journalistischen Wert des Magazins“, er wolle nicht, „dass es aus Mitleid gekauft“ werde. 

Dass die beiden neuen Herausgeber auch unter die schreibende Zunft zumindest des „Asphalts“ gehen, ist neu. „Zuvor waren die Herausgeber eher die Botschafter“, so Redaktionsleiter Volker Macke. „Nun sind sie Teil der Redaktion.“ Die besteht zwar aus vier Redakteuren, die sich aber 2,5 Stellen teilen. Das war übrigens einer der Gründe des Zwists unter den alten Herausgebern, Hanna Legatis fürchtete um die journalistische Qualität bei abnehmenden Arbeitsstunden der Redakteure. Brandes wiederum musste sparen, denn „Asphalt“ lebt nur von Verkauf, Anzeigenerlösen und Spenden (siehe Info). Dass  Käßmann und Brodowy mit „Essays, Kolumnen und Interviews“ das Magazin bereichern, dürfte deswegen auf keinen Fall schaden. Müller-Brandes jedenfalls freute sich riesig, dass die beiden sein Angebot angenommen haben, lässt „die Vergangenheit nun Vergangenheit sein, wir gucken jetzt nach vorn“. 

Die neuen Herausgeber betonen die „Augenhöhe der Verkaufenden“ mit den Käufern. Selbst wenn man schon eine Ausgabe gekauft habe, „dann sprecht mit den Leuten, trinkt mit ihnen Kaffee, es reicht auch schon ein netter Gruß  – nur guckt nicht weg“, appelliert Brodowy an die Bürger. Auch Käßmann ist es wichtig, „nicht nur die tolle Zeitung zu lesen, sondern auch mit den Verkäufern ins Gespräch zu kommen. Die Asphalt nimmt erst einmal die Hemmschwelle dafür“, ist sie sich sicher. Bedürftige Menschen, unter ihnen auch Obdachlose, verkaufen das Magazin monatlich auf der Straße und dürfen die Hälfte des Erlöses von 2,20 Euro (also 1,10 Euro) behalten. Das Gespräch ist auf jeden Fall umsonst.

Petra Rückerl

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