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Meine Stadt K.o.-Tropfen: Blutproben der Opfer im Krankenhaus verschwunden
Hannover Meine Stadt K.o.-Tropfen: Blutproben der Opfer im Krankenhaus verschwunden
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00:18 21.04.2019
K.o.-Tropfen-Fall: Eine der Frauen, bei der die HCC-Silvesterparty im Vinzenzkrankenhaus endete. Quelle: Foto: Heusel
Hannover

Die Silvesterparty im Hannover-Congress-Centrum (HCC): Knapp vier Monate, nachdem zwei Frauen (24, 24) und ein Mann (20) mit Verdacht auf Vergiftung durch K.o.-Tropfen in Kliniken eingeliefert wurden, gibt es neue, unschöne Fakten. Im Vinzenzkrankenhaus, wo eine der 24-Jährigen und der 20-Jährige behandelt wurden, sind entnommene Blutproben beider Patienten verschwunden. Wahrscheinlich durch Schlamperei. Die Staatsanwaltschaft hat unterdessen die Ermittlungen im K.o-Tropfen-Fall eingestellt: „Ein Täter konnte nicht ermittelt werden“, sagt Sprecherin Kathrin Söfker.

Rückblende: Gut 3000 Gäste hatten Silvester im HCC gefeiert – für drei davon endete der Jahreswechsel in Notaufnahmen von Krankenhäusern. Alle Symptome sprachen dafür, dass den beiden Frauen und dem 20-Jährigen heimlich K.o.-Tropfen verabreicht wurden. Eines der Opfer berichtete von plötzlich auftretendem Schwindel, Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit. Später folgten Brechanfälle, Müdigkeit und ein Kater, der sich bis zum 2. Januar hinzog.

Blut vor der Analyse entsorgt?

Der Mann und eine der 24-Jährigen wurden ins Vinzenzkrankenhaus (Kirchrode) eingeliefert. Für eine toxikologische Untersuchung wurde ihnen Blut abgenommen. Obwohl Polizeibeamte vor Ort waren und darauf hingewiesen haben sollen, dass die Proben Beweismittel in einem Strafverfahren sind, verschwanden die entnommenen Flüssigkeiten in der Klinik. Offenbar wurden sie entsorgt, bevor sie analysiert werden konnten.

Jahreswechsel 2018/19: Silvesterparty im HCC. Quelle: Kutter

Die Ermittlungen haben ergeben, dass die Proben nach Schichtübergabe im Vinzenzkrankenhaus vernichtet wurden, so Söfker: „Offensichtlich aus Versehen.“ Dass jemand das Blut der Geschädigten absichtlich verschwinden ließ, „dafür gibt es keine Anhaltspunkte“, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Das Vinzenzkrankenhaus konnte am Mittwoch noch keine abschließende Stellungnahme in dem Fall abgeben, weil die internen Recherchen andauern. Fest stehe, dass in der Silvesternacht wegen des K.-o.-Tropfen-Verdachts vom Personal der Notaufnahme die Polizei alarmiert worden war. Eine Sprecherin kündigte für Donnerstag ein Statement zum Verbleib der Blutproben an.

Substanz nicht mehr nachweisbar

Ohne Blut keine toxikologische Untersuchung – das heißt im Klartext: Welche Substanz die 24-Jährige und den jungen Mann bei der Silvesterparty im HCC aus den Socken gehauen hat, lässt sich nicht mehr feststellen.

Die andere 24-jährige Frau war nicht im Vinzenzkrankenhaus, sondern in einer anderen Klinik behandelt worden. Bei ihr waren Blut- und Urinproben analysiert worden. Hinweise auf K.o.-Tropfen gab es nicht: „Das muss aber nichts heißen, weil diese Substanzen sehr schnell abbaubar sind“, so Söfker.

Von Britta Mahrholz

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