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Meine Stadt Hannover: Saisonstart für Stauhelfer
Hannover Meine Stadt Hannover: Saisonstart für Stauhelfer
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17:28 05.04.2019
Startschuss für die Helfer auf zwei Rädern: Die Johanniter-Stauhelfer mit (v.l.) Alexandra Kruse (ADAC), Pfarrer Michael Hartlieb, Bernhard Gätjen (Johanniter) und Polizeivizepräsident Jörg Müller. Quelle: Petrow
Hannover

Niemand steht gern im Stau. Um anderen zu helfen, fahren sie trotzdem mitten hinein. Mit dem Start der Schulferien steigen jetzt auch wieder die Johanniter-Stauhelfer aufs Motorrad, um die Polizei Hannover in der Reisezeit auf den Autobahnen zu unterstützen. Am Freitag läuteten Polizei, Johanniter und ADAC die Stauhelfer-Saison ein, bei der die Motorradstaffel auch gleich einen geistlichen Segen mit auf den Weg bekam.

Urlaubszeit ist Stauzeit. Auch zum Start der Osterferien geben sich die Stauhelfer keinen Illusionen hin – sie werden wieder viel zu tun bekommen. Polizeivizepräsident Jörg Müller hatte bei der Begrüßung einige Zahlen parat, die die Arbeit der freiwilligen Helfer eindrucksvoll belegen. Rund 98.000 Kilometer legte die Johanniter-Motorradstaffel 2018 zurück und leisteten dabei 3368 Stunden ehrenamtlicher Arbeit. „Ihren Einsatz kann man nicht hoch genug bewerten“, lobte Müller. „Die Johanniter können sich um die Sorgen der Verkehrsteilnehmer kümmern, während wir andere Schwerpunkte bei der Aufnahme des Unfalls setzen müssen.

Helfer rechnen mit langen Staus

Insgesamt 16 speziell ausgebildete Motorradfahrer geben in ihrer Freizeit Gas, damit Reisende gut durch den Stau an ihr Ziel kommen. Ihr Aufgabenspektrum reicht von der klassischen Pannenhilfe, über die Ausgabe von Trinkwasser oder Kinderspielzeug bis hin zur Erstversorgung von Verletzten. „Gerade in Baustellenbereichen sind die Fahrbahnen häufig so verengt, dass größere Fahrzeuge nur schwer durchkommen. Da haben wir den Vorteil, dass wir auf dem Motorrad schneller vor Ort sind“, erklärte Thomas Malecha, Praxisleiter Rettungsdienst bei den Johannitern. Und auf Baustellen müssen sich Reisende und Helfer auch in den Osterferien einstellen. Besonders eng dürfte es laut Malecha nördlich von Hannover auf der A7 zwischen Kreuz Walsrode und Schwarmstedt werden. Auch ein langer Rückstau an einer 18-Kilometer-Baustelle auf der A27 bei Verden wird im Reiseverkehr unvermeidbar sein.

„Bilden der Rettungsgasse klappt immer besser“

„Innere Überzeugung und ein christlicher Anspruch, den Mitmenschen zu helfen“, sind für Johanniter-Landesvorstand Bernhard Gätjen die Antriebsfedern für die anspruchsvolle und mitunter gefährliche Arbeit der Helfer auf zwei Rädern. Das Stauhelfer-Projekt, in dem Johanniter, Polizei und ADAC schon seit 19 Jahren kooperieren, sei „ein grandioses Zeichen unserer Bürgergesellschaft“. Er appellierte zugleich an die Autofahrer, sich im Stau vorausschauend und rücksichtsvoll zu verhalten. Immerhin: Das Bilden einer Rettungsgasse klappt laut Gätjen „immer besser“. Auch weil die Sanktionen bei Fehlverhalten härter geworden sind.

Stau-Tipps: So verhalten sich Autofahrer richtig

Was ist zu tun, wenn nichts mehr läuft? Um gefährliche Situationen zu vermeiden und nicht auch noch zum Verkehrshindernis zu werden, ist im Stau das richtige Verhalten gefragt.

Rettungsgasse bilden: Sobald ein Stau entsteht, also bereits bei stockendem Verkehr, müssen Fahrer eine Rettungsgasse bilden. Die Gasse wird immer zwischen dem linken und den übrigen Fahrstreifen gebildet. Wer sich nicht daran hält, dem droht ein Bußgeld von 200 Euro bis zu 320 Euro.

Standstreifen freihalten: Auf der Standspur darf kein Fahrzeug fahren. Wer dennoch den Standstreifen nutzt, etwa um schneller zum Rastplatz oder zur Autobahnausfahrt zu gelangen, riskiert 75 Euro Bußgeld und einen Punkt. Einzige Ausnahme: Wenn Verkehrszeichen die Nutzung des Standstreifens erlauben. Auch das Halten auf dem Standstreifen ist verboten. Wer dagegen verstößt, muss 30 Euro zahlen. Beim Parken wird es noch teurer: 70 Euro und ein Punkt.

Rechts überholen: Ist nur dann erlaubt, wenn der Verkehr auf dem linken Fahrstreifen steht oder mit höchstens 60 km/h fährt. Bei stehendem Verkehr darf man rechts mit maximal 20 km/h vorbeifahren. Ist der Verkehr auf dem linken Fahrstreifen in Bewegung, darf rechts mit einer Differenzgeschwindigkeit von höchstens 20 km/h überholt werden. Sonst droht eine Geldbuße von 100 Euro sowie ein Punkt.

Telefonieren: Ist auch während eines Staus ohne Freisprechanlage strikt verboten, sofern der Motor nicht ausgeschaltet ist. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Bußgeld von 100 Euro bis 200 Euro, zwei Punkten und einem Fahrverbot rechnen.

Rückwärtsfahren und wenden: Ist auch im Stau tabu, es sei denn, die Polizei fordert dazu auf. Sonst drohen eine Geldbuße bis zu 200 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot.

Staus nerven, Staus kosten Zeit – und sie sind mittlerweile die größte Gefahrenquelle für schwere Unfälle. Damit auch die Helfer wieder sicher nach Hause kommen, holten sie sich gestern geistigen Beistand ab. Michael Hartlieb, Pfarrer des Johanniter-Ortsverbandes Hannover, segnete die Fahrer und ihrer Motorräder. „Sie tun etwas dafür, dass in einer kälter werdenden Welt das Menschsein auch im Straßenverkehr nicht vergessen wird“, betonte er. Lob gab es auch vom Kooperationspartner ADAC. „Wir sind dankbar für diese schnelle Hilfe unterwegs und beteiligen uns nicht nur finanziell, sondern ermöglichen auch jedem Stauhelfer ein Fahrsicherheitstraining zu Saisonbeginn“, so Alexandra Kruse, Pressesprecherin beim ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt.

Von André Pichiri

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