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Meine Stadt Jakobistraße: Anwohner streiten über Poller
Hannover Meine Stadt Jakobistraße: Anwohner streiten über Poller
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16:20 02.11.2018
Stehen im Weg: Viele Anwohner ärgern sich über die neuen Poller. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Diese Poller sorgen für reichlich Diskussionsstoff. Am Freitag versammelten sich ab 14 Uhr Befürworter und Gegner der neuen „Parkverhinderer“ an der Jakobistraße. Zwischen Voßstraße und Isernhagener Straße sind die Zufahrten zu den Gehwegen in Richtung Vahrenwald mittlerweile abgesperrt.

„Wir wurden nicht informiert“

„Hier werden Bevölkerungsgruppen gegeneinander ausgespielt durch diese Abpollerung“, sagt Walter Busch. Der Malermeister aus Goslar besitzt ein Haus an der Jakobistraße. Er erhebt die Stimme und fordert die versammelten Anwohner auf, ihre Meinung zu sagen. Er selbst ist gegen die Abpollerung, ebenso wie Claas Dreier. „Ich möchte mal Beweise dafür haben, dass hier Kinder durch die parkenden Autos gefährdet wurden“, empört sich der Friseurmeister. Sein Salon liegt direkt an der Jakobistraße.

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Gegen die Abpollerung: Claas Dreier, Georg König und Jan Lösch (von links). Quelle: Petrow

Viele Geschäftsleute sind verärgert über die spontane Abpollerung. „Von jetzt auf gleich standen die Dinger hier. Wir wurden nicht informiert“, sagt Shahram Hemati, der eine Pizzeria betreibt.

Gegner und Befürworter gleichstark vertreten

Rund 30 Leute stehen auf der Seite der Gegner der Abpollerung. Ungefähr genauso viele Befürworter sind es 30 Meter weiter, an der Ecke zur Voßstraße. Selbstgebastelte Holzmodelle sollen symbolisieren, wie viel Platz die Autos bis vor kurzem eingenommen haben. Anwohnerin Andrea Stickert erzählt: „Meine Tochter geht hier zur Schule. Teilweise wurde sie angehupt von parkenden Autos.“

Für die Poller: Viele Anwohner finden die neuen Absperrungen richtig. Quelle: Petrow

Auch Dieter Brübach befürwortet die Abpollerung: „Die Leute sind zu bequem. Wenn ich den Nahverkehr nutze, ist es ganz normal, dass ich bis zur nächsten Haltestelle gehen muss. Aber die Autofahrer wollen am liebsten immer direkt vor der Haustür parken“, sagt er.

Bezirksbürgermeisterin stellt sich

Jan Lösch ärgert sich über solche Pauschalisierungen. „Wir sind alle Anwohner, die eine vernünftige Lösung finden wollen. Aber die Poller sorgen nur für neue Probleme. Jetzt stehen die Autos in den Kurven und versperren die abgesenkten Bordsteine für Rollstuhlfahrer.“ Auch Kinder müssten sich nun durch die Autos quetschen. Da die Poller fest in den Boden verankert sind, sei auch das Argument, die Feuerwehr komme nun besser durch, hinfällig, so Lösch.

Wie viele andere Anwohner suchte er das Gespräch mit Bezirksbürgermeisterin Irma Walkling-Stehmann. „Ich nehme ihre Sorgen ernst“, beteuerte die SPD-Frau. Trotzdem sollen die Poller bleiben. „Man muss abwägen zwischen Parkplatzsituation, Sicherheit und Lebensqualität“, so Walkling-Stehmann. Man wolle demnächst auch mehr Bänke auf dem Fußweg aufstellen. „Hier will sich doch niemand auf eine Bak setzen“, poltert daraufhin eine Frau. Viele andere stimmen ihr zu.

Bezirksbürgermeisterin Irma-Walkling-Stehmann hört einem Anwohner zu. Quelle: Petrow

Rund 500 Unterschriften für die Abschaffung der Poller hat Gastronom Shahram Hemati bereits gesammelt. Es ist keine einfache Situation an der Jakobistraße. In jedem Falle sorgen die neuen Poller dafür, dass der Druck, eine Lösung für die Parkplatzsituation zu finden, steigt.

Von Timo Gilgen

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