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Meine Stadt JVA Sehnde: Zwei Neu-Infektionen von Tuberkulose
Hannover Meine Stadt JVA Sehnde: Zwei Neu-Infektionen von Tuberkulose
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18:19 11.07.2019
GEFÄNGNIS IN SEHNDE: Dort gibt es derzeit zwei Tuberkulose-Fälle. Quelle: Steiner
HANNOVER

Die Unruhe ist groß unter den Beschäftigten und Insassen der Justizvollzugsanstalt (JVA) Sehnde. Es gibt zwei weitere TBC-Infektionen. Damit sind bereits vier Sehnder Häftlinge in 2019 an Tuberkulose erkrankt.

Im Juni wurde bekannt, dass 25 JVA-Bediensteten und 24 Häftlingen sich einem Bluttest und einer Röntgenuntersuchung unterziehen müssen. Sie gehörten zum Personenkreis eines im Januar 2019 verstorbenen Somaliers (35). Dieser Häftling hatte einen Russlanddeutschen (40) angesteckt. Er wird derzeit im Krankenhaus der JVA Lingen versorgt.

Am Donnerstag hieß es dann im Landgericht Hannover, dass ein Angeklagter in einem Drogenprozess ein TBC-Verdachtsfall sei. Richterin Renata Bürgel verlas die Diagnose eines Anstaltsarztes. Tenor: Der Mann ist gesund. Im Gericht war aber auch die Rede von mehr als einem Dutzend weiterer eventuell infizierter Gefangener aus der JVA Sehnde.

Die Information konnte Hans-Christian Rümke, Sprecher des Justizministeriums, am Donnerstag nicht bestätigten. „Wir hatten eine Frau in der JVA Hildesheim. Sie ist mittlerweile geheilt und entlassen.“ Und derzeit eben die beiden erkrankten Häftlinge in Sehnde.

Staatsanwalt ermittelt

Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt, ob im Fall des verstorbenen Somaliers Versäumnisse vorliegen. Der Mann fuhr im Mai 2018 in die JVA Hannover ein. Dort erfolgte routinemäßig eine Eingangsuntersuchung. Im September kam er nach Sehnde. Haben die Hannoveraner Gefängnis-Ärzte geschlampt? Wenn ja, könnte ein Fall der fahrlässigen Tötung vorliegen, sagt Thomas Klinge, Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Auch das Gesundheitsamt der Region Hannover bestätigte, dass es zurzeit zwei akute TBC-Fälle in Sehnde gebe. Der größte Teil der Kontaktpersonen sei bereits untersucht worden, teilte Regionssprecherin Christina Kreutz mit. Zu den Untersuchungsergebnissen gab es keine Informationen.

Laut Rümke hat es bislang keine Infektionen unter den Justizangestellten gegeben. Weitere TBC-Fälle aus anderen niedersächsischen Krankenhäusern seien dem Ministerium nicht bekannt.

Kein TBC-Verdachtsfall in der JVA Sehnde

Im Hildesheimer Gefängnis hatten drei Justizwachtmeister und sechs Insassen „Kontakt zu Tuberkulosebakterien“. „Sie haben aber nicht zu Erkrankungen geführt“, sagt der Sprecher des Justizministeriums. Derzeit gebe es auch keinen weiteren TBC-Verdachtsfall im Sehnder Gefängnis. „Trotzdem haben dort alle Angst“, sagt ein Anwalt. Auch er habe schon Termine in der JVA abgesagt, weil nicht klar sei, wie hoch das Infektionsrisiko sei.

Tuberkulose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die die Lunge befällt. Eine Infektion kann erst Monate später nachgewiesen werden. Zu diesem Zweck müssen die Lungen geröntgt werden. Ein Symptom der Krankheit ist starker Husten mit blutigem Auswurf. In 2018 registrierte das Gesundheitsamt Region Hannover 77 Fälle von Tuberkulose.

Von Thomas Nagel

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