Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Inlinern auf der Radrennbahn?
Hannover Meine Stadt Inlinern auf der Radrennbahn?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:07 28.06.2018
Wülfel, hier: die Radrennbahn
Wülfel, hier: die Radrennbahn Quelle: Michael Zgoll
Anzeige
Hannover

Runden dreht schon lange keiner mehr auf der alten Radrennbahn Wülfel. Seit Herbst 2017 verfällt das Areal. Nun soll aber neues Leben einziehen – zumindest wünscht sich das die Stadt Hannover.

Die Stadt will das rund 24 000 Quadratmeter große Grundstück an der Wilkenburger Straße mit der baufälligen Bahn (erbaut 1965) für die sportliche Nutzung verpachten oder per Erbbaurecht vergeben und hat ein Interessenbekundungsverfahren angestoßen. Noch bis heute können sich potenzielle Nachnutzer melden. Wie viele Interessenten es gibt, darüber schweigt die Verwaltung bislang. Hinter den Kulissen ist von einer Handvoll Clubs und Vereinen die Rede.

Ernsthafte Absichten hat etwa der Inline Club Hannover, der die baufällige Holzbahn abreißen und zwei Rundkurse planieren will. Von seinem „Skatetopia“ spricht der Club-Vorsitzende Mirko Feesche. „Wir planen ein Inline-Leistungszentrum für ganz Niedersachsen“, erklärt er. Gestern hat Feesche die Bewerbungsunterlagen bei der Stadt eingereicht. Die sehen einen as­phaltierten inneren 200-Meter-Rundkurs sowie einen 350 Meter langen Straßenkurs vor – eine Open-Air-Skateanlage im „holländischen Maßstab“, wie Feesche sagt. Er erklärt: „Die Niederlande sind im Speedskating-Bereich führend. Auf diesen Anlagen trainieren die Eisschnellläufer im Sommer mit Rollen.“ Über die finanziellen Aspekte von Abriss und Sanierung will Feesche noch nicht öffentlich sprechen, sondern sich erst mit der Verwaltung abstimmen.

Das Geld dürfte am Ende aber entscheidend für die Zukunft des Grundstückes sein. Die Stadt spricht be­reits in der Projektbeschreibung von „Wirtschaftlichkeit“ der Nachnutzung  sowie von der „Sanierung und Mo­d­ernisierung oder einem Ab­riss der Bebauung in Verbindung mit einem Neubau durch den zukünftigen Pächter“. Auch auf Altlasten wie Asbest im Gebäude und Ab­lagerungen von Schwermetallen im Boden weist die Stadt hin.

Sollte die Verwaltung keinem Konzept zustimmen, könnte am Ende eine Umnutzung des Geländes für Ge­werbe oder auch Wohnbebauung infrage kommen, findet SPD-Sportpolitiker An­ge­lo Alter: „Es handelt sich bei dem Grundstück durchaus um ein Filetstück. Allerdings sollte der Erlös aus den Grundstücksveräußerungen dann in den Bereich Sport fließen.“

Von Simon Polreich