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Meine Stadt Urlaubsdrama: 72-Jährige aus Wunstorf stirbt in Athener Klinik
Hannover Meine Stadt Urlaubsdrama: 72-Jährige aus Wunstorf stirbt in Athener Klinik
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00:20 16.06.2019
Hier ist sie gestorben – hier findet sie wohl die letzte Ruhe. Evelyn-Iris Sohn ist in einer Athener Klinik verstorben und wird in der griechischen Millionen-Metropole nun auch beerdigt. Es fehlt das Geld für eine Überführung. Quelle: A.Savin
Wunstorf

Das Schicksal von Evelyn-Iris Sohn, die ohne Auslandskrankenversicherung mit einem Beinbruch wochenlang in einem Athener Krankenhaus gestrandet war, hat ein tragisches Ende genommen. Die Steinhuderin ist am Montag in der Klinik an den Folgen einer Blutvergiftung verstorben. Angehörige und Betreuer sind nicht nur erschüttert über mangelnde Hygiene und Pflege, die aus ihrer Sicht zum Tod der Frau geführt haben. Sie werfen auch den beteiligten Behörden Versagen auf allen Ebenen vor. Selbst die Bestattung wird nun zum Drama.

Es war der Beginn eines albtraumhaften Martyriums.

Evelyn-Iris Sohn Quelle: privat

Mangelnde Hygiene im Krankenhaus

Abgesehen von der rein medizinischen Behandlung seien die Patienten vom Personal nicht gewaschen oder gepflegt worden. Dort sei es üblich, dass das die Angehörigen übernehmen. Der Zustand der alleinstehenden Steinhuderin verschlechterte sich entsprechend von Tag zu Tag. Liane Voß, die die 72-Jährige kurz vor ihrem Tod mit ihrer Mutter und ihrem Bruder besuchte, beschreibt kaum vorstellbare hygienische Zustände. „Auf der Toilette gab es weder Seife noch Toilettenpapier. Sohn musste sich im Bett erleichtern. „Dann wurde lediglich die Unterlage ausgetauscht“, sagt Voß. Hinzu kam, dass die übergewichtige Frau im Bett offenbar nicht umgelagert wurde. Auch eine Dekubitus-Matratze, die Wundliegen verhindern soll, habe gefehlt. Fotos zeigen offene Wunden am mit Hämatomen übersäten Rücken. Ob diese letztlich die Blutvergiftung ausgelöst haben, lässt sichabschließend nicht mehr klären. Jedenfalls starb Sohn am Montag auf der Intensivstation an multiplem Organversagen.

Kein Geld für Überführung

Doch damit ist das Drama noch nicht zu Ende. „Wir haben sie nicht lebend zurückbekommen. Jetzt bekommen wir sie nicht mal tot unter die Erde“, sagt Voß mit verbitterter Stimme. Denn auch für eine Überführung des Leichnams fehlt das Geld. Eine Urnenbestattung sei in Griechenland nicht möglich. Erst nach drei Jahren könnten Überreste eingeäschert werden. „Weil der Platz auf den Friedhöfen gebraucht wird. So hat man es uns gesagt“. Also muss die Verstorbene erst einmal auf einem Friedhof in Athen bestattet werden. Doch bei der Bürokratie hakt es zwischen Deutschland und Griechenland offenbar gewaltig. Wir mussten schon so viele Formulare ausfüllen, ständig werden neue verlangt“, beschreibt Voß die aufreibenden Vermittlungen zwischen Botschaft, Krankenhaus und Bestatter. Sie hofft, dass die Beisetzung am Samstag stattfinden kann.

Was bleibt, ist große Resignation und Fassungslosigkeit. Die Unbeweglichkeit der Krankenkasse, die Untätigkeit der Botschaft und die schlimmen Verhältnisse im Krankenhaus – „das alles“, so Voß, „ist für uns nur schwer zu ertragen.“

Von André Pichiri

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