Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt In der Not steht die Tür immer offen: Das leistet die Bahnhofsmission
Hannover Meine Stadt In der Not steht die Tür immer offen: Das leistet die Bahnhofsmission
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:34 27.04.2019
Hilfe für die Helfer: Regina Domani (l.) und Susanne Barner (r.) vom Inner Wheel Club übergaben einen Scheck über 5500 Euro für die Bahnhofsmission an Andrea Weber (2.v.l.) und Kirsten Heinrich.
Hilfe für die Helfer: Regina Domani (l.) und Susanne Barner (r.) vom Inner Wheel Club übergaben einen Scheck über 5500 Euro für die Bahnhofsmission an Andrea Weber (2.v.l.) und Kirsten Heinrich. Quelle: Florian Petrow
Anzeige
Hannover

Mittendrin im Gewusel des Hautbahnhofes gibt es eine kleine Insel. Eine Anlaufstelle für Heimat- und Obdachlose, für gestrandete Reisende, für Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind. Für sie alle steht an 365 Tagen im Jahr die Tür der Ökumenischen Bahnhofsmission offen. Anlässlich des bundesweiten Tages der Bahnhofsmission am 27. April berichteten am Donnerstag die Helfer hinter dem Projekt von den täglichen Herausforderungen, aber auch von der Hilfsbereitschaft der Bevölkerung.

10.000 Menschen kamen 2018

Manchmal gerät das Leben aus der Spur. Die Bahnhofsmission ist ein Ort der Begegnung und Beratung, eine soziale Einrichtung für Menschen in unterschiedlichsten Notlagen. „Eines haben alle Menschen, die zu uns kommen gemeinsam. Sie brauchen Hilfe“, sagt Andrea Weber, Diakonin und Leiterin der Mission. Mehr als 10.000 Menschen suchten die Einrichtung allein 2018 auf. 4000 Zugreisende waren in ihrer Mobilität einschränkt und brauchten Unterstützung am Bahnsteig. Aber auch 1900 Menschen mit psychischen Problemen wurde hier geholfen. Mal reichen ein heißer Kaffee und warme Worte. Mal sind die fünf Haupt- und 28 Ehrenamtlichen stärker gefordert. Wie etwa beim Fall eines 92-jährigen Demenzkranken, der orientierungslos aufgefunden und schließlich wieder wohlbehalten in sein Seniorenheim in Laatzen zurückkehren konnte.

An ganz junge Menschen richtet sich hingegen ein besonders Angebot. Für 850 Kinder getrennt lebender Eltern war die Bahnhofsmission im vergangenen Jahr da. Im Rahmen des Projekts „Kids on Tour“ wurden sie im Zug von einem ehrenamtlichen Helfer auf der Fahrt zu einem Elternteil begleitet. „Die Kinder werden auf der Fahrt in Fünfergruppen betreut und am Ziel von der dortigen Mission in Empfang genommen. Für viele Eltern ist das eine enorme Entlastung“, so Weber über das seit zwölf Jahren laufende Projekt.

Nicht alle Besucher sind so pflegeleicht wie Schulkinder. Wenn bei der Kundschaft Alkohol im Spiel ist, kann es auch mal ungemütlich werden. „Wir pflegen aber eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Bundespolizei, falls es mal richtig brenzlig wird“, erklärt Mitarbeiterin Kirsten Heinrich. Trotzdem ist man häufig selbst gefordert. „Als Frau muss man dann immer noch etwas härter auftreten als die Männer“, weiß sie aus Erfahrung.

Auch die Helfer brauchen Hilfe

Doch auch die Helfer brauchen Hilfe. Ein Großteil des Etats wird über Spenden finanziert. Dazu kommen etliche Sachspenden aus der Bevölkerung. Die Bandbreite reicht von der halben Hochzeitstorte, die nach der Feier übrig ist, bis hin zu ausrangierten Schlafsäcken oder selbstgestrickten Socken. „Dafür möchten wir uns nochmal bedanken“, betont Leiterin Andrea Weber. Seit 2009 gehört auch der Inner Wheel Club Hannover-Maschsee zu den Unterstützern. Jeweils an zwei Tagen im November bieten die Mitglieder gegen eine Spende selbstgekochte Marmelade und Lebkuchen an. 2018 kamen dabei stolze 5500 Euro zusammen. Den symbolischen Scheck übergaben die Präsidentinnen Susanne Barner und Regina Domani am Donnerstag an die Einrichtung. „Wir freuen uns schon auf die nächste Aktion am 14. und 15. November“, kündigte Barner an.

Für ihre Arbeit sucht die Bahnhofsmission jederzeit weitere ehrenamtliche Helfer. Interessierte können sich unter Telefon 0511/320168 oder per E-Mail (bahnhofsmission.hannover@t-online.de) melden.

Von André Pichiri